Ganz in der Nähe von Burg im Spreewald liegt das kleine Dorf Dissen, das als Storchen- und Museumsdorf bekannt ist.

Wie es in kleinen Dörfern so üblich ist, finden sich hier in Dissen die – für Touristen wichtigsten Bereich – rund um die alte Fachwerkkirche.

Geschichte

Westslawische Siedler aus dem Stamm der Lusitzer, die bereits im 6. Jahrhundert die Lausitz besiedelten, gründeten das Dorf, das im Jahr 1449 erstmals urkundlich erwähnt wird. Wahrscheinlich war es, durch die Spree, ein ziemlich nebeliges Gebiet, denn der Name geht auf das altsorbische Wort „dech“ oder "dych" zurück, das Dunst, Nebel bedeutet. 1585 wurde Sielow mit Dissen und Striesow landesherrliche Domäne und dadurch waren die Amtsdörfer nur noch dem Landesherren gegenüber abgabepflichtig, sodass Dissen bald zu einem der reichsten Dörfer in der Cottbuser Gegend gehörte. Dadurch konnte man sich  - unter anderem - 1667 leisten eine Sonnenuhr am Kirchturm anzubringen. 

Dissen im Spreewald

1668 verpachtete der Große Kurfürst das Dorf an seine Bewohner, was für diese das Ende der Fronarbeit bedeutete. 1767 wurde das Dorf bei einem Brand total zerstört, aber bereits 1772 war der Wiederaufbau der Kirche beendet. 1884 war schließlich die Aufteilung des Gemeindelandes an die Einzelbauern abgeschlossen. Seit 2001 gehört Dissen zum Amt Burg.

Das Dorf hat auch heute noch eine starke Verbindung zur wendischen Kultur: in der Fachwerkkirche kann man noch die Bibelsprüche in wendischer Sprache besichtigen und Mitte des 19. Jahrhunderts gab der in Dissen geborene Pfarrer Kito Pank die erste wendische Zeitung heraus. Obwohl während den Nationalsozialisten die wendische Sprache verboten wurde, hielt Pfarrer Bogumil Swela noch 1941 Gottesdienste in wendischer Sprache ab und bis in die Mitte der 1950er Jahre war wendisch die Umgangssprache im Dorf. Allerdings dauerte es dann bis 1987 bis auch wieder sorbisch/wendische Gottesdienste in der Dissener Kirche abgehalten wurden.

Die Trachten der Sorben und Wenden
Heute legt man wieder mehr Wert auf die – fast ausgestorbene – Sprache und auf seine eigene Vergangenheit: 2003 wurde Dissen als „Sprachenfreundliche Kommune“ ausgezeichnet, Kinder lernen im Rahmen eines Projektes die sorbisch/wendische Sprache bereits im Kindergarten und das Heimatmuseum gibt seit 1978 Einblicke in das Leben der wendischen bäuerlichen Bevölkerung.

Ganz in der Nähe von Burg im Spreewald liegt das kleine Dorf Dissen, das als Storchen- und Museumsdorf bekannt ist.

Wie es in kleinen Dörfern so üblich ist, finden sich hier in Dissen die – für Touristen wichtigsten Bereich – rund um die alte Fachwerkkirche.

Geschichte

Westslawische Siedler aus dem Stamm der Lusitzer, die bereits im 6. Jahrhundert die Lausitz besiedelten, gründeten das Dorf, das im Jahr 1449 erstmals urkundlich erwähnt wird. Wahrscheinlich war es, durch die Spree, ein ziemlich nebeliges Gebiet, denn der Name geht auf das altsorbische Wort „dech“ oder "dych" zurück, das Dunst, Nebel bedeutet. 1585 wurde Sielow mit Dissen und Striesow landesherrliche Domäne und dadurch waren die Amtsdörfer nur noch dem Landesherren gegenüber abgabepflichtig, sodass Dissen bald zu einem der reichsten Dörfer in der Cottbuser Gegend gehörte. Dadurch konnte man sich  - unter anderem - 1667 leisten eine Sonnenuhr am Kirchturm anzubringen. 

Dissen im Spreewald

1668 verpachtete der Große Kurfürst das Dorf an seine Bewohner, was für diese das Ende der Fronarbeit bedeutete. 1767 wurde das Dorf bei einem Brand total zerstört, aber bereits 1772 war der Wiederaufbau der Kirche beendet. 1884 war schließlich die Aufteilung des Gemeindelandes an die Einzelbauern abgeschlossen. Seit 2001 gehört Dissen zum Amt Burg.

Das Dorf hat auch heute noch eine starke Verbindung zur wendischen Kultur: in der Fachwerkkirche kann man noch die Bibelsprüche in wendischer Sprache besichtigen und Mitte des 19. Jahrhunderts gab der in Dissen geborene Pfarrer Kito Pank die erste wendische Zeitung heraus. Obwohl während den Nationalsozialisten die wendische Sprache verboten wurde, hielt Pfarrer Bogumil Swela noch 1941 Gottesdienste in wendischer Sprache ab und bis in die Mitte der 1950er Jahre war wendisch die Umgangssprache im Dorf. Allerdings dauerte es dann bis 1987 bis auch wieder sorbisch/wendische Gottesdienste in der Dissener Kirche abgehalten wurden.

Die Trachten der Sorben und Wenden
Heute legt man wieder mehr Wert auf die – fast ausgestorbene – Sprache und auf seine eigene Vergangenheit: 2003 wurde Dissen als „Sprachenfreundliche Kommune“ ausgezeichnet, Kinder lernen im Rahmen eines Projektes die sorbisch/wendische Sprache bereits im Kindergarten und das Heimatmuseum gibt seit 1978 Einblicke in das Leben der wendischen bäuerlichen Bevölkerung.

Fachwerkkirche und Heimatmuseum

Sehenswürdigkeiten

Die Fachwerkkirche

Hoch ragt die Kirche, von weitem schon sichtbar, in den Himmel. Ihren ganzen Reiz entfaltet sie aber erst, wenn man sie von Innen sieht und einen Blick zur Decke wirft. Dann kann man nämlich die mit Pflanzenornamenten verzierten Deckenbalken bewundern. Interessant sind auch die deutsch-wendischen Sprüche an der Empore und vor allem ihre Geschichte:

Die Fachwerkkirche von Dissen
Mitte der 1930er Jahre – es war verboten sorbisch/wendisch zu sprechen – wurde die Kirche renoviert und Pfarrer Bogumil Šwjela musste bei der nationalsozialistischen Verwaltung die Erlaubnis einholen auf beiden Seiten der Empore kurze Texte zu den Bildern anbringen zu dürfen. Dies wurde ihm gewährt.

Links und rechts die zweisprachigen Texte im Inneren der Kirche

Allerdings hatte der Pfarrer nicht dazugesagt, dass die Texte auch in wendisch angebracht werden. Doch gerade diese Texte sorgten nach dem Kriegsende dafür, dass die Kirche nicht vernichtet wurde. Soldaten der Roten Armee fanden im April 1945 in der benachbarten Schule Hakenkreuzfahnen und Uniformteile der Wehrmacht und zündeten sowohl das Schulhaus wie auch die Pfarrscheune an. Auch die Kirche sollte dem Feuer zum Opfer fallen, doch dann entdeckten die Soldaten in ihrem Inneren die slawischen Schriften. Diese wurde sogleich ins Russische übersetzt und kurz darauf erfolgte vom Offizier, die Kirche nicht anzurühren.

Die Decke der Kirche mit den verzierten Balken
Sehenswert ist auch noch der Davidstern aus Bleiglas im großen Hauptportal an der Westseite, der 1937 eingelassen und mit den sorbischen Nationalfarben rot-weiß-blau geschmückt ist.

Das Heimatmuseum

Gleich neben der Kirche befindet sich das kleine Heimatmuseum, das in die frühere Welt der Sorben und Wenden einführt. Hier gibt es nicht nur alte Arbeitsgeräte, Hausrat, Bücher und Kinderspielzeug zu sehen, sondern man kann auch einiges über die früheren dörflichen Tagesabläufe erfahren. Auch werden die sorbisch/wendischen Bräuche wie Zapust (Fastnacht), Ostersingen und Kokot (Hahnrupfen) erklärt und in Bildern gezeigt.

Der Eingang zum Heimatmuseum

Außerdem kann man um die 20 verschiedenen Varianten der niedersorbischen Tracht bewundern und mehr über die früheren Spinnstuben, aber auch über die Sagen und Märchen des Spreewaldes erfahren. So kann man eigentlich recht gut die Geschichte Brandenburgs nachvollziehen, die in vielen Dörfern zwischen dem Spreewald und Cottbus noch überwiegend von der sorbisch/wendischen Kultur geprägt war und erst durch die Verbote der Nationalsozialisten verdrängt wurde.

Im Heimatmuseum
Immerhin ist das Heimatmuseum Dissen das bisher einzige Museum, das vollständige niedersorbische Trachten aus dem vergangenen Jahrhundert zeigt und so die Veränderung der Kleiderordnung in den letzten einhundert Jahren gut erkennen lässt.

Im Heimatmuseum Dissen
Das Museum zeigt auch wie schwer die Arbeit auf dem Feld und in der Wirtschaft war. Vom Pflanzstock bis zu Mausefalle kann man noch viele alte Gerätschaften bewundern. Auch die Leinwanderzeugung, die in den Dörfern der Lausitz noch bis 1950 stattfand, wird aufgegriffen und man kann die entsprechenden Gerätschaften zur Flachsbearbeitung, einschließlich eines auseinandernehmbaren Webstuhls sehen, der in den Wintermonaten in jedem Haus stand.

Im Heimatmuseum Dissen
Wichtig war natürlich auch zur damaligen Zeit die Küche und hier wiederum der Ofen. Töpfe und Pfannen waren meist schwer, denn sie bestanden aus Gusseisen. Aber es sind auch back- und Puddingformen, Schneebesen, Quirrl, Nudelbretter, Salzfass, Kannen, Schüssel und Gläser vorhanden. Nicht übersehen sollte man das Plinseisen, ein schwarz-rundes Eisen, das man für die Herstellung der berühmten Plinse nutzte.

Die Spinnstube im Heimatmuseum Dissen
Im Keller des Museums findet sich auch eine Spinnstube. Hier trafen sich die Mädchen um Flachs zu Fäden zu verspinnen, aber auch um den Dorfklatsch wie auch alte Sagen und Märchen weiter zu erzählen. Meistens wurde beim Spinnen gesungen und so über Jahre das literarische Volksgut, Sitten und Bräuche von Generation zu Generation mündlich weitergegeben.

Im Heimatmuseum Dissen wird auch die Sagenwelt der Sorben und Wenden erzählt
Im Museum finden auch immer wieder Veranstaltungen statt, wie das Verzieren sorbischer Ostereier, Märchen- und Bastelnachmittage oder einen Auftritt des Liedermachers und Märchenerzählers Pittkunings.
Die Öffnungszeiten erfahren Sie unter www.dissen-striesow.de

Heimatmuseum Dissen
03096 Dissen-Striesow, Hauptstraße 32
Tel: +49 35 606 256
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Stary Lud, Kräutergarten und Störche

Stary Lud – Das alte Volk

Hinter dem Heimatmuseum Dissen kann man dann gleich einen Ausflug ins slawische Mittelalter machen und sich in die Zeit der Lusitzer und Milzener zurückbegeben, als sie das heutige Gebiet der Brandenburg besiedelten.
Die kleine Ansiedlung mit fünf Grubenhäusern wurde nach regionalen wie überregionalen Funden rekonstruiert und erweckt beim Besucher den Eindruck, als ob ihre Bewohner gerade nicht zu Hause wären, aber gleich wieder erscheinen würden. Der Webstuhl ist eingespannt, die Wolle gefärbt und mit der Kleidung zum Trocknen auf die Leine gehängt, ein halbfertiger Topf steht auf der Töpferbank, beim Schmied raucht noch die Feuerstelle und im heiligen Hain kann man noch die frischen Opfergaben erkennen.


Bei bestimmten Projekttagen und Wochenenden können die Besucher selbst alte Handwerkstechniken ausprobieren und den Handwerkern über die Schulter schauen.

Öffnungszeiten erfahren Sie unter www.dissen-striesow.de/seite/119735/stary-lud-das-alte-volk.html

Freilichtkomplex Stary Lud
03096 Dissen, Hauptstraße 32 (hinter dem Heimatmuseum)
Tel: +49 35 606 256
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.facebook.com/stary.lud

Der Kräutergarten

Gleich neben der Kirche und dem Heimatmuseum befindet sich auch der Eingang zum Kräutergarten, der als Arznei- und Gewürzpflanzengarten bereits seit 1992 besteht, 2016 aber von Burg nach Dissen übersiedelt ist.
Im Garten kann man über 600 verschiedene Pflanzen kennen lernen: Heil-, Gewürz- und kulturhistorische Nutzpflanzen wie Leinen, Saflor, Buchweizen oder alte Kartoffel- und Getreidesorten sind hier ebenso vertreten wie zahlreiche bekannt und unbekannte Wildpflanzen.

Bei einer Führung durch die Pflanzenpracht können Sie viel Interessantes und Wissenswertes über die Pflanzenwelt und die Anwendung der Kräuter erfahren.

Arznei- und Gewürzpflanzengarten
03096 Dissen, Hauptstraße 32
Tel: +49 176 433 65 499
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.spreewaldkraeuter.de

Das Storchendorf

Dissen zählt aber auch zu den storchenreichsten Orten Deutschlands. So kommen jährlich von März bis August zwischen 8 und 12 Storchenpaare in das Dorf um ihre Horste zu besetzen. Am besten man holt sich im Museum jeweils die Karte, welche Storchenhorste besetzt sind und macht sich dann per Pedes oder Rad auf die Suche nach Meister Adebar.
Und wenn man schon unterwegs ist, sollte man es nicht versäumen zumindest einen Abstecher in die neugestaltete Spreeauenlandschaft zu machen: hier wurden Aueroxen, Wasserbüffel und Tarpane (Wildpferde) angesiedelt. Acht neue Teiche wurden ebenfalls angelegt und werden nun behutsam bewirtschaftet, wobei zwei davon nicht abgefischt werden, um als Winternahrung für die Fischotter zu dienen. Um diese scheuen Tiere zu entdecken, braucht man als Besucher allerdings einiges Glück. Da ist es leichter einer Rotbauchunke oder einem der rund 180 000 Frösche oder Kröten zu begegnen oder zumindest im Frühjahr ihren lautstarken Konzerten zuzuhören.

Weitere Informationen unter www.dissen-striesow.de

Bildershow von Dissen

Bildershow Dissen (Dešno) im Spreewald

Plan von Dissen

 

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