Bled

Bled ist wohl einer der bekanntesten Orte in Slowenien. Die Kirche auf der Insel am See, dahinter die Berge und die Burg zieren viele Prospekte und Broschüren, die das kleine Land bewerben. Und sie haben recht: Man sollte dort gewesen sein.

Die Geschichte

Bled war schon in frühen Zeiten besiedelt. Bei Ausgrabungen am Fuße des Schlossberges fand man Überreste von 80 Gräbern aus der frühen Eisenzeit. Auch die Römer und Kelten scheinen in der Region gewesen zu sein, aber es waren die Slawen, die sich hier in zwei größeren Wellen niederließen. Wahrscheinlich genau an jenen Stellen, wo im späten Mittelalter dann die ersten Dörfer am See entstanden. Die erste Besiedlungswelle datiert man ins 7. Jahrhundert, die zweite zwischen dem 9- und dem 10. Jahrhundert. Einen Teil der Funde aus der zweiten Besiedlungswelle wie halbmondförmige, gravierte Ohrringe, Ringe, runde Broschen und Eisendolche kann man heute im Schlossmuseum bewundern.
Doch die „richtige“ Zeitrechnung beginnt in Bled mit der Herrschaft der Bischöfe von Brixen und Heinrich II.

Blick auf die Burg am Abend

Die Bischöfe von Brixen

Heinrich II. schenkte 1004 Albuin, dem Bischof von Brixen Bled mit dem Land zwischen den beiden Sava-Flüssen und im Jahre 1011 auch noch die Burg. Es war eine Schenkung mit Hintergedanken. Heinrich II. musste nach Rom zum Papst, um sich zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation krönen zu lassen. Doch die Reiseroute war voller Gefahren, es war an vielen Stellen auch damals schon „Maut“ zu bezahlen und allerlei Überfälle auf große „Reisegruppen“, denen man ihr Vermögen ansah, passierten. Die Schenkung war daher eine Möglichkeit, sich der Gunst und dem Schutz der Bischöfe von Brixen zu versichern, durch deren Gebiet der spätere Kaiser ziehen musste. 800 Jahre lang gelangte die Region damit unter die Herrschaft der Bischöfe. Albuin und seine Nachfolger zeigten aber wenig Interesse an der Burg und den Menschen hier. In erster Linie wurden von ihnen Verwalter aus Tirol eingesetzt, die kaum slowenisch sprachen und daher auch nicht mit den Menschen vor Ort kommunizieren konnten. So versuchten die schlauen Slowenen immer ein wenig zur Seite zu legen und schafften es nur Teile ihrer Steuern zu bezahlen. Schließlich wurde es den Bischöfen zu bunt und sie einigten sich mit lokalen Adeligen und verpachteten die Bleder Besitztümer an die damaligen Verwalter, die Familie von Kreigh, die nun versuchte aus den Bauern so hohe Steuern wie nur möglich herauszuquetschen (allerdings auch ohne wieder die Einnahmen komplett nach Brixen abzuliefern). Die Unterdrückung und die Missachtung althergebrachter Rechte nahmen solche Ausmaße an, dass sich auch die Bauern von Bled dem Bauernaufstand im Jahre 1515 anschlossen.

Blick von der Burg
1558 kamen wieder neue Herren auf die Burg – Herbert VIII. von Auersperg, Schirmherr des Protestantismus, übernahm das Schloss, das dann bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zuerst immer nur an Adelige, später aber auch an Bürger verpachtet wurde. Dann wurde das Bleder Schloss nach dem Beschluss der Wiener Hofkommission staatliches Eigentum.

Auch der Tourismus hat in Bled eine lange Tradition. Die ersten „Touristen“ waren Pilger aus den umliegenden Regionen – aus Krain, Kärnten, der Steiermark, dem Küstenland und aus Friaul, die sich zur Marienkirche auf der Insel aufmachten und bei der Rückkehr in ihre Heimat über Bled erzählten. Bald reisten nicht nur einfache Menschen, denn das waren die Pilger meist, sondern auch Angehörige der Oberschicht nach Bled. Bereits 1689 berichtet Johann Weichard Valvasor in seinem Buch „Die Ehre des Herzogtums Krain“ über die Thermalquellen in Bled. Diese „Werbung“ wurde allerdings nicht von allen gern gesehen. Da immer mehr Heilung Suchende in den Ort kamen, wollte der damalige Schlossbesitzer wegen des großen Andrangs schon die Quellen zuschütten, was ihm jedoch nicht gestattet wurde.

Die Burgmauer der Bleder Burg
Damit war die Gefahr aber noch nicht endgültig gebannt. Ignac Novak, ein weiterer Schlossbesitzer schlug von 1782 bis 1787 mehrmals vor, den See trocken zu legen, da er damit weiteren fruchtbaren Boden für die Landwirtschaft und außerdem den Boden des Seegrundes als Rohstoff für eine Ziegelfabrik verwenden wollte. Doch auch diesmal war die Krainer Landesregierung intelligent genug um den Vorschlag abzulehnen.

Von 1809 bis 1813 gab auch hier das Napoleonische Kaiserreich ein kurzes Zwischenspiel und Bled gehörte zu den Illyrischen Provinzen, doch schon bald stand die Region wieder unter der Oberhoheit des Kaisers von Österreich, der es ein letztes Mal den Bischöfen von Brixen übergab.

Eingang zur Burg
Doch die Einnahmen der Bischöfe schrumpften weiter und so verkaufte man den Besitz an Viktor Ruard, der die Eisenwerke von Jesenice besaß. Ruard behielt die Burg, den See und die dazugehörenden Baugrundstücke und verkaufte erst den Rest an die Krainische Industriegesellschaft, später dann auch seinen Restbesitz an den Wiener Großhändler Adolf Muhr. 1919 gingen das Schloss und der See an den Bleder Hotelbesitzer Ivan Kenda, 1937 wurde Grund und Boden von der Genossenschaftlichen Wirtschaftsbank übernommen und anschließend von der Drau-Banschaft erworben. Erst 1960 erlangte Bled das Stadtrecht.

Bled ist wohl einer der bekanntesten Orte in Slowenien. Die Kirche auf der Insel am See, dahinter die Berge und die Burg zieren viele Prospekte und Broschüren, die das kleine Land bewerben. Und sie haben recht: Man sollte dort gewesen sein.

Die Geschichte

Bled war schon in frühen Zeiten besiedelt. Bei Ausgrabungen am Fuße des Schlossberges fand man Überreste von 80 Gräbern aus der frühen Eisenzeit. Auch die Römer und Kelten scheinen in der Region gewesen zu sein, aber es waren die Slawen, die sich hier in zwei größeren Wellen niederließen. Wahrscheinlich genau an jenen Stellen, wo im späten Mittelalter dann die ersten Dörfer am See entstanden. Die erste Besiedlungswelle datiert man ins 7. Jahrhundert, die zweite zwischen dem 9- und dem 10. Jahrhundert. Einen Teil der Funde aus der zweiten Besiedlungswelle wie halbmondförmige, gravierte Ohrringe, Ringe, runde Broschen und Eisendolche kann man heute im Schlossmuseum bewundern.
Doch die „richtige“ Zeitrechnung beginnt in Bled mit der Herrschaft der Bischöfe von Brixen und Heinrich II.

Blick auf die Burg am Abend

Die Bischöfe von Brixen

Heinrich II. schenkte 1004 Albuin, dem Bischof von Brixen Bled mit dem Land zwischen den beiden Sava-Flüssen und im Jahre 1011 auch noch die Burg. Es war eine Schenkung mit Hintergedanken. Heinrich II. musste nach Rom zum Papst, um sich zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation krönen zu lassen. Doch die Reiseroute war voller Gefahren, es war an vielen Stellen auch damals schon „Maut“ zu bezahlen und allerlei Überfälle auf große „Reisegruppen“, denen man ihr Vermögen ansah, passierten. Die Schenkung war daher eine Möglichkeit, sich der Gunst und dem Schutz der Bischöfe von Brixen zu versichern, durch deren Gebiet der spätere Kaiser ziehen musste. 800 Jahre lang gelangte die Region damit unter die Herrschaft der Bischöfe. Albuin und seine Nachfolger zeigten aber wenig Interesse an der Burg und den Menschen hier. In erster Linie wurden von ihnen Verwalter aus Tirol eingesetzt, die kaum slowenisch sprachen und daher auch nicht mit den Menschen vor Ort kommunizieren konnten. So versuchten die schlauen Slowenen immer ein wenig zur Seite zu legen und schafften es nur Teile ihrer Steuern zu bezahlen. Schließlich wurde es den Bischöfen zu bunt und sie einigten sich mit lokalen Adeligen und verpachteten die Bleder Besitztümer an die damaligen Verwalter, die Familie von Kreigh, die nun versuchte aus den Bauern so hohe Steuern wie nur möglich herauszuquetschen (allerdings auch ohne wieder die Einnahmen komplett nach Brixen abzuliefern). Die Unterdrückung und die Missachtung althergebrachter Rechte nahmen solche Ausmaße an, dass sich auch die Bauern von Bled dem Bauernaufstand im Jahre 1515 anschlossen.

Blick von der Burg
1558 kamen wieder neue Herren auf die Burg – Herbert VIII. von Auersperg, Schirmherr des Protestantismus, übernahm das Schloss, das dann bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zuerst immer nur an Adelige, später aber auch an Bürger verpachtet wurde. Dann wurde das Bleder Schloss nach dem Beschluss der Wiener Hofkommission staatliches Eigentum.

Auch der Tourismus hat in Bled eine lange Tradition. Die ersten „Touristen“ waren Pilger aus den umliegenden Regionen – aus Krain, Kärnten, der Steiermark, dem Küstenland und aus Friaul, die sich zur Marienkirche auf der Insel aufmachten und bei der Rückkehr in ihre Heimat über Bled erzählten. Bald reisten nicht nur einfache Menschen, denn das waren die Pilger meist, sondern auch Angehörige der Oberschicht nach Bled. Bereits 1689 berichtet Johann Weichard Valvasor in seinem Buch „Die Ehre des Herzogtums Krain“ über die Thermalquellen in Bled. Diese „Werbung“ wurde allerdings nicht von allen gern gesehen. Da immer mehr Heilung Suchende in den Ort kamen, wollte der damalige Schlossbesitzer wegen des großen Andrangs schon die Quellen zuschütten, was ihm jedoch nicht gestattet wurde.

Die Burgmauer der Bleder Burg
Damit war die Gefahr aber noch nicht endgültig gebannt. Ignac Novak, ein weiterer Schlossbesitzer schlug von 1782 bis 1787 mehrmals vor, den See trocken zu legen, da er damit weiteren fruchtbaren Boden für die Landwirtschaft und außerdem den Boden des Seegrundes als Rohstoff für eine Ziegelfabrik verwenden wollte. Doch auch diesmal war die Krainer Landesregierung intelligent genug um den Vorschlag abzulehnen.

Von 1809 bis 1813 gab auch hier das Napoleonische Kaiserreich ein kurzes Zwischenspiel und Bled gehörte zu den Illyrischen Provinzen, doch schon bald stand die Region wieder unter der Oberhoheit des Kaisers von Österreich, der es ein letztes Mal den Bischöfen von Brixen übergab.

Eingang zur Burg
Doch die Einnahmen der Bischöfe schrumpften weiter und so verkaufte man den Besitz an Viktor Ruard, der die Eisenwerke von Jesenice besaß. Ruard behielt die Burg, den See und die dazugehörenden Baugrundstücke und verkaufte erst den Rest an die Krainische Industriegesellschaft, später dann auch seinen Restbesitz an den Wiener Großhändler Adolf Muhr. 1919 gingen das Schloss und der See an den Bleder Hotelbesitzer Ivan Kenda, 1937 wurde Grund und Boden von der Genossenschaftlichen Wirtschaftsbank übernommen und anschließend von der Drau-Banschaft erworben. Erst 1960 erlangte Bled das Stadtrecht.

Fremdenverkehr entsteht

Der Fremdenverkehr entsteht

Die ersten Gäste waren die Pilger, die ihre Wallfahrten zur Kirche am See machten, aber auch anschließend von der Schönheit der Gegend erzählten. Der englische Biologe Sir Humphrey Davy nannte Bled den schönsten Ort, den er je in Europa gesehen hatte.

Ausstellung im Tourismusbüro Bled
Während der Zeit des aufstrebenden slowenischen Nationalbewusstseins kamen aber auch viele, um hinter der Inselkirche nach dem Tempel der slawischen Göttin Živa und dem Schatten ihrer Priesterin Bogomila zu suchen.

Arnold Rikli

So richtig in Schwung kam der Tourismus erst mit einem Schweizer. Arnold Rikli hantierte in seiner Fabrik mit vielen Chemikalien, die seiner Gesundheit schwer zusetzten. Auf Empfehlung eines Arztes suchte er einen Ort mit viel frischer Luft, Wasser und Sonne – und seine Wahl fiel auf Bled. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt ging es ihm bereits viel besser und er lud einige Arbeiter seiner Fabrik zur Erholung ebenfalls nach Bled ein. Auch ihr Gesundheitszustand verbesserte sich merklich und so beschloss Rikli in Bled zu bleiben. Er gründete eine Kuranstalt für Naturheilverfahren und begann seine Heilungsmethoden zu praktizieren. 1895 ließ er gegenüber vom heutigen Hotel Park ein einfaches Park und ein Kurhaus aus Holz bauen, wo seine Ordination, die Küche samt Speisesaal und die Verwaltungsräume untergebracht waren. Im Park unter den Kastanienbäumen wurden die Wohnhütten für die Gäste aufgestellt. Der Andrang war trotz allem groß: 1899 wurde ein neueres größeres Bad errichtet.

Arnold Rikli
Doch seine Kuren waren allerdings alles andere als Urlaub. Seine Gäste mussten früh (zwischen 5:00 und 6:00 Uhr) aus den Betten, es gab ein karges Frühstück (Milch, Brot, Butter, Marmelade, Honig, Tee und Kaffee) und dann ging es ab zum Spazieren gehen, Schwimmen und Gymnastik betreiben. Außerdem wurden Sonnenbäder eingenommen. Das Essen bestand überwiegend aus vegetarischer Kost (Obst und Gemüse, das er billig bei den Bauern in der Umgebung kaufen konnte), Fleisch gab es nur in Ausnahmefällen. Alkohol und Tabak waren strengstens verboten. Wer gegen diese Regeln verstieß wurde als Angestellter entlassen und als Gast des Sanatoriums verwiesen. Viele Adelige war diese Kur dann doch zu spartanisch, sie ließen sich von den Einheimischen Wurst, Bier und Käse ins Sanatorium schmuggeln oder kehrten zwar nach Bled, aber nicht mehr zu Herrn Rikli zurück, sondern nahmen lieber ein einfacheres Quartier, dafür aber gute Verpflegung in Kauf.

Im Burgmuseum
Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes 1870 war es dann bald noch leichter nach Bled zu kommen, was sich auch in der Steigerung der Gästeanzahl zeigte. 1906, bei der Eröffnung der Wocheiner Bahn, die Jesenice mit Triest verband, war sogar Thronfolger Franz Ferdinand in Bled anwesend. 1903 gewann Bled auf einer internationalen Kurausstellung in Wien eine Goldmedaille, 1906 wurde es erstmals offiziell zu den bedeutendsten Fremdenverkehrsorten der Österreich-Ungarischen Monarchie gerechnet.

Im Burgmuseum
Zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg galt Bled als der mondänste Kurort des königlichen Jugoslawiens. Über 130 noble Villen wurden errichtet, Adelige und Reiche entdeckten den Kurort. Die königliche Familie kaufte die Villa der Familie Windischgrätz, und weil es ihm in Bled so gut gefiel, übersiedelten im Sommer auch alle Minister und die gesamte Verwaltung in die Stadt. Vor dem 2. Weltkrieg wurde die alte Villa dann abgerissen und durch ein neues, vom berühmten slowenischen Architekten Jože Plečnik geplantes Gebäude ersetzt. Die Karadjordjević müssen nach England fliehen, Tito kommt in die Stadt, um verwundete Partisanen zu besuchen und „verliebt“ sich in die Villa. Kurz nach seiner Rückkehr erhält die lokale kommunistische Partei den Auftrag, die Villa bis zum Sommer zu renovieren – die Villa wird nun zur Sommerresidenz für Tito. Heute gehört sie unter dem Namen Vila Bled zu den besten Hotels der Stadt.

Arnold Rikli aber erhält zum 50. Jahrestag seines Wirkens auf dem Berg Straža ein Denkmal, das noch heute zu sehen ist und auch im Kurpark wird eine Gedenkstätte errichtet.

Die Bleder Burg

Sehenswürdigkeiten

Die Burg

Wann das erste Mal ein Bauwerk auf dem Felsen stand, ist nicht genau bekannt, urkundlich erwähnt wurde sie auf jeden Fall 1004, als der deutsche Kaiser Heinrich II. die Bleder Region mit der Burg Bischof Albuin von Brixen schenkte. Allerdings nimmt man an, dass es sich damals nur um einen romanischen Turm und eine Wehrmauer handelte. Um 1011 wurde dann die erste Burg gebaut. Da keine Prunkräume in der Burg vorhanden sind, nimmt man an, dass sie in erster Linie der Verteidigung und der Steuereintreibung diente, die Bischöfe von Brixen haben hier nie gewohnt oder sich länger aufgehalten.

Die Bleder Burg
Im späten Mittelalter wurde sie dann erweitert, Türme dazu gebaut und damit das Befestigungssystem ausgebaut. Die Burg ist strategisch sehr gut positioniert – hoch oben auf dem Felsen mit nur einem Zugang war sie gut zu verteidigen. Die Verteidiger hatten auch einen guten Blick auf den gegenüberliegenden Hügel Straža (der Wächter). Heute ein kleines Skigebiet wurden hier früher Feuer angezündet, um zu warnen, wenn Feinde sich näherten.

Auf der Bleder Burg
Die Bleder Burg weist eine doppelte Hofstruktur auf – im befestigten zentralen Teil befanden sich die Wohnräume der Feudalherren und im Außenteil waren die Mauern und die Gebäude für die Dienerschaft. Bei einem schweren Erdbeben wurde die Burg 1511 stark beschädigt, anschließend aber wieder renoviert. Damals bekam sie ihre heutige Gestalt, die mit Wappenfresken und in Stein gemeißelte Wappen geschmückt ist.
1951-1961 wurde die Burg umfangreich restauriert unter der Leitung des Ingenieurs und Architekten Tone Bitenc.

Die Burgkapelle

Die Burgkapelle

Die gotische Kapelle im oberen Hof ist wahrscheinlich das interessanteste noch erhaltene Gebäude. Sie ist den Bischöfen St. Albuin und St. Ingenuin gewidmet und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie mit barocken Elementen versehen und mit Fresken ausgemalt. Neben dem Altar sind die Stifter des Bleder Besitztums abgebildet: der deutsche Kaiser Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde, die beide später heiliggesprochen wurden. Auch hier konnten die Adeligen vom Balkon aus der heiligen Messe folgen, es gab aber auch eine Nische, um Kranken abgetrennt von den Messebesuchern die Teilnahme an der Messe zu ermöglichen.

Die Burgkapelle

Die Buchdruckerei

Die Burgdruckerei ist heute im ehemaligen Gebäude der Dienerstatt im unteren Hof untergebracht und ist vor allem zwei Männern gewidmet: Johannes Gutenberg, der den Druck erfunden hat, aber auch Primoz Trubar, der 1550 die ersten Bücher in slowenischer Sprache drucken ließ. Trubar war Protestant und forderte die Schulung der Menschen. Er konnte die Bücher nicht in Slowenien drucken lassen, sondern ließ sie in Tübingen drucken und schmuggelte sie dann nach Slowenien. Auf seinem Weg nach Ljubljana verbrachte er auch zwei Tage auf der Burg.
Die Presse ist aus einem mehr als 200 Jahre alten Holz einer Scheune hergestellt. Ursprünglich wurde sie für eine Messepräsentation hergestellt, ihr Besitzer gewann einen Sonderpreis für Messegestaltung in Deutschland und auch heute ist noch eine zweite Presse auf Ausstellungen unterwegs um Slowenien und die Bleder Burg zu präsentieren.

Beim Meister in der Druckerei
In der Burgdruckerei kann der Besucher nun einem Drucker bei der Arbeit zusehen und auch selbst Hand anlegen oder sich ein besonderes Souvenir oder seine Hochzeitseinladungen drucken lassen. Alles wird hier auf handgeschöpftem Papier gedruckt.

Druckereierzeugnisse
Ein Lehrling brauchte früher 6 bis 7 Jahre, um das Druckerhandwerk zu lernen. 1500 Buchstaben mussten dann in einer Stunde zusammengesetzt werden.

In der Druckerei der Burg

Der Weinkeller

Der Kellermeister der Burg wartet hier auf die Besucher und erzählt von den Schätzen seines Kellers. Über 1000 Jahre ist auch der Weinkeller bereits alt und rund 600 Jahre gab es nur eine Weinsorte, einen Muskat, der aus einem 100km entfernten Weingarten stammte. Heute gibt es einige unterschiedliche Sorten, wie Blauer Burgunder, Chardonnay, Roten Cuvee, Sauvignon und andere. Den Wein der Burg kann man nur hier und in wenigen guten Gasthäusern kaufen. Auch hier können die Besucher mitarbeiten, ihren eigenen Wein aus dem Fass in die Flasche einfüllen, ihn zustoppeln und bekommen auch noch ein Zertifikat über ihre Tätigkeit. Aber es gibt auch andere gute Tropfen in Rot und Weiß zu erwerben und bei entsprechender Buchung kann man auch das eine oder andere Glas verkosten.

Im Weinkeller der Burg

Das Burgmuseum

In den Räumlichkeiten im Repräsentationstrakt bei der Kapelle wird im Burgmuseum die Geschichte von Bled gezeigt: von den ersten Ausgrabungen bis in die nahe Vergangenheit. Die einzelnen Zimmer sind thematisch gegliedert, auch der Geschichte des Tourismus mit seinen Anfängen um den Schweizer Rikli sind Ausstellungsräume gewidmet. Die Ausstattung stammt zwar nicht immer von der Bleder Burg, sondern wurde von unterschiedlichen Orten hierher gebracht.

Im Burgmuseum

Die Schmiede

Unter dem Museum ist auch eine Schmiede untergebracht, wobei dies in erster Linie ein Verkaufsraum für Schmiedeeisenkunst zu sein scheint.

Der Drache in der Kunstschmiede

Die Kräuterapotheke

Naturprodukte für die Gesundheit und das Wohlbefinden findet man in der Kräutergalerie ganz oben in der Burgmauer.
Im Burghof finden im Sommer zahlreiche Kulturveranstaltungen statt, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Im Oberen Burghof
Wer erschöpft vom Burgrundgang eine Stärkung braucht, kann diese im Burgrestaurant finden und dabei gleich die wunderbare Aussicht auf den See, die Insel und die Berge rundherum genießen.

Bled und der See

Die Pfarrkirche St. Martin

Eine Kapelle gab es hier bereits von dem Jahr 1000, die heutige Kirche ersetzte 1905 die frühere gotische Kirche. Friedrich von Schmidt, unter anderem Erbauer des Wiener Rathauses lieferte die Pläne, die jedoch später vor allem bei der Innenausstattung vom Architekten Josip von Vancaš abgeändert wurden. Die meisten Skulpturen schuf Ivan Vurnik aus Radovljica aus edlem Carrara Marmor. Slavko Pengov stattete die Kirche von 1932 – 1937 mit Fresken aus. Jože Plečnik entwarf das Denkmal vor der Kirche. Die erhaltene Mauer stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde damals als Schutz gegen die Türkeneinfälle in dieser Region gebaut.

Die Pfarrkirche St. Martin

Der Bleder See

Er macht die Naturschönheit des Ortes aus. Der See mit seiner Insel und der Burg hoch oben am Felsen sind die Zutaten für jede erfolgreiche Tourismuswerbung. Und man kann sich an dem Anblick, egal ob aus dem Hotelfenster oder noch besser, von der Burg wirklich kaum satt sehen. Unzählige Fotos werden hier gemacht und See und Insel von jeder Perspektive aufgenommen.
Vor langer, langer Zeit war an seiner Stelle ein tektonisches Becken, das später vom Bohinjer Gletscher nach und nach herausgemeißelt wurde. Ein riesiger Felsen widersetzte sich, und dennoch auch von ihm blieb nur noch die heutige Insel über. Das Schmelzen des Eises füllte das Becken mit Wasser und der See entstand. Er ist bis 2012 km lang, 1,38 km breit und bis zu 30 Meter tief. An der nordöstlichen Seeseite speisen die Thermalquellen den See und sorgen im Sommer für eine angenehme Wassertemperatur von 23°C. Obwohl das Wasser der Thermalquellen nicht besonders heiß aus dem Boden kommt, sorgen die Quellen dafür, dass der See auch in strengen Wintern zumindest an ihren Austrittsstellen meistens nicht komplett zufriert.
Ein 6 km langer Rundweg führt um den See und an einigen Aussichtsstellen vorbei, wo man den wunderschönen Ausblick auf den See und die Umgebung genießen kann.

Blick auf den Bleder See von der Burg

Die Kirche Maria Himmelfahrt und die Insel

Der Legende nach war auf der Insel früher ein Tempel der altslawischen Göttin Živa. Archäologen fanden Spuren der prähistorischen (11. bis 8. Jh.v.Chr.) und der slawischen Besiedelung (9. bis 10. Jh.). Man nimmt an, dass sich im frühen Mittelalter an der Stelle der heutigen Kirche eine vorchristliche slawische Kultstätte befand. In den Kämpfen zwischen den Anhängern der christlichen und der heidnischen Religion wurde das Heiligtum vernichtet und eine Kirche erbaut.

Blick auf den See
Auf der Insel wurden auch 125 Gräber mit Skeletten aus der Zeit zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert entdeckt. Aus dieser Zeit stammt auch das Fundament der präromanischen Kapelle, die während der Christianisierung gebaut wurde und die wahrscheinlich der einzige aus jener Epoche stammende Fund in der Region ist. Die erste gemauerte Kirche, eine dreischiffige romanische Basilika, stammt aus dem Jahre 1142 und wurde vom Patriarchen Pelegrin aus Aquileia geweiht.

Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche im gotischen Stil umgebaut, ein neues Presbyterium, ein freistehender Glockenstuhl und ein neuer Hauptaltar errichtet. 1465 wurde die renovierte einschiffige Kirche von Bischof Sigismund Lamberg aus Ljubljana geweiht.

Das Fotomotiv: Die Insel im Bleder See
1509 beschädigt das schwere Erdbeben auch die Kirche stark, sie wird daher im Frühbarockstil gründlich renoviert. So sind von der gotischen Kirche nur mehr die Fresken im Presbyterium und die Holzstatue der Muttergottes erhalten. Die Fresken zeigen Bilder aus dem Leben Marias: auf der Nordwand sieht man die Geschichte von Joachim und Anna, auf der Südseite die Heimsuchung Marias, sowie Szenen aus ihrem Erwachsenenleben. Die weichen Züge der gemalten Bilder könnten unter dem Einfluss grafischer Vorlagen aus dem Kreis der Werkstatt des Meisters Wolfgang (Bolfgang) um 1470 entstanden sein.

Ein weiteres Erdbeben zerstört die Kirche, sodass sie im 17. Jahrhundert wieder aufgebaut wird und sie so ihre heutige Gestalt erhält. Interessant ist vor allem der Hauptaltar mit den prunkvoll vergoldeten Holzschnitzereien aus 1747. Neben der sitzenden Marienstatue kann man Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde sehen. Die Seitenaltäre sind dem Heiligen Sebastian, Magdalena und Anna geweiht und stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Die Insel im See
Der Glockenturm stammt aus dem 15. Jahrhundert und musste mehrmals renoviert werden, da er nicht nur von den Erdbeben beschädigt, sondern auch 1688 vom Blitz getroffen wurde. Er ist 54 Meter hoch. Die drei Glocken stammen von der Glockengießerei Samassa und Franchi aus Ljubljana.

Im oberen Dachreiter über dem Kirchenschiff hängt die Wunschglocke aus dem Jahr 1534. Nach einer Legende wurde diese Glocke von der schönen Witwe Polixena in Trauer um ihren Ehemann, den Räuber ermordet hatten, in Auftrag gegeben. Als die Glocke jedoch auf die Insel gebracht werden sollte, kenterte das Boot im Sturm, die Besatzung ertrank und die Glocke ging unter. Und so kann man auch heute noch aus den Tiefen des Sees das Läuten der Glocke hören.

Die Witwe wurde noch trauriger, ging nach Rom und trat in einen Orden ein. Nach ihrem Tod ließ der Papst eine neue Glocke anfertigen und sie auf die Insel in die Kirche bringen. Wer sie Maria zu Ehren läutet, dem geht ein Wunsch in Erfüllung.
Auf der Insel gibt es auch eine kleine Kapelle zu Ehren der Muttergottes.

Ein letztes Mal: Die Insel im See
Wer auf der Insel heiratet und sich einem alten Brauch unterwerfen will, sollte als Mann gut trainiert sein, während die frisch vermählte Frau auf ihr Gewicht achten sollte. Bei Hochzeiten auf der Insel ist es nämlich üblich, dass der Bräutigam seine Braut alle 99 Treppenstufen über die berühmte Treppe zur Kirche hinauf trägt.

Die Pletnas

Sie sind die Boote, mit denen bereits die Pilger auf die Insel zur Wallfahrtskirche gebracht wurden und so reicht ihre Geschichte bis ins Jahr 1590 zurück.
Pilger wollten zur Wallfahrtskirche, aber nicht immer hatten die Bauern und Fischer der Umgebung Zeit sich um die Überfahrten zu kümmern. Ihr eigener Broterwerb ging vor. Daher beschwerten sich die Pilger in Wien über diesen Umstand. Schon damals wurde eine Kommission gegründet und nach Bled geschickt, um die Lage zu erkunden. Schließlich wählte man 18 Familien aus, die sich durch ihr Land kaum ernähren konnten, um durch diese Nebenbeschäftigung ihr Einkommen aufzubessern. Sie durften zwar für das Übersetzen der Pilger keinen Lohn verlangen, waren aber sonst auch von allen Steuern befreit. Eine Pletna kann nicht gekauft werden, das Recht ein Pletnar (Bootsführer) zu sein, steht sogar im Grundbuch und wird von Familie zu Familie vererbt. Selbst Maria Theresia berichtete darüber und erneuerte das Recht, das inzwischen bereits mehrere 100 Jahre verbrieft ist.

Eine Pletna ist ein Holzboot mit geradem Boden, das am Bug spitz abschließt. Am hinteren Ende hat es eine Schwelle, wodurch das Boot dort breiter ist und den Passagieren bequemes Ein- und Aussteigen ermöglicht. Gerudert wird mit einer besonderen Technik: im Stehen mit zwei Rudern. Eine Pletna bietet Platz für 20 Passagiere.

Die Boote finden Sie beim Kurpark, unterhalb des Hotels Park, in Mlino und im Ruderzentrum. Sie sind leicht an ihren bunten Leinendächern zu erkennen, die die Passagiere vor der Sonne, aber auch vor Regen schützen können.

Weitere Informationen über Bled erfahren im Tourismusbüro, das Sie in jedem Fall aufsuchen sollten. Hier gibt es neben hilfreichen Auskünften auch eine wunderschöne Ausstellung zu besichtigen, die Lust darauf macht, die ganze Gegend, den Nationalpark Triglav und vieles mehr zu erkunden.

Tourismus Bled
4260 Bled, Ljubljanska cesta 27
Tel: +386 4 578 05 00
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.bled.si

Mehr über Bled erfahren Sie auch von Josef Wallner auf unseren Blog www.enricosreisenotizen.euHier finden Sie Tipps für die Übernachtung in Bled.

Buchtipps:

Hier noch ein paar Lesetipps für alle die auch auf alten Spuren durch Slowenien und das Küstenland reisen möchten. Unsere Mitstreiter Josef Wallner und Norbert Eisner sind auch Buchautoren:

Reisen in der Untersteiermark|Štajerska (zoppelberg Verlag 2011)
Unbekanntes Slowenien. Reisen auf Altösterreichs Spuren in Krain und Laibach. (zoppelberg Verlag 2012)
Geliebtes Görz. Von den Alpen zur Adria. Eine Reise durch das altösterreichische Küstenland. (Verlag Ferdinand Berger & Söhne 2013)

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