Mohndorf Armschlag

Hier im Waldviertel dreht sich alles um den Mohn, der als Waldviertler Graumohn schon jetzt zu einer Marke geworden ist. Nicht nur zur Mohnblüte – hier aber ganz besonders – lohnt sich ein Besuch im Mohndorf.

Blick ins Mohnfeld bei Armschlag im Waldviertel
Meines Wissens begann der Trend in der Steiermark, wo regionale Anbieter überlegten, wie sie ihre Produkte besser vermarkten könnten: Weg von der Quantität, hin zu mehr Qualität, Eigenvermarktung, Rückbesinnung auf alte Obstsorten und Produktionsweisen, verbunden mit neuen Marketingideen unter Einbeziehung von touristischen Angeboten stand dort an der Tagesordnung. Wer einmal Alois Gölles, Josef Zotter oder Franz Habel zugehört hat, wenn sie über ihr Geschäft und ihre Produkte erzählen, weiß: hier ist ein Umdenken im Gange. Auch wenn die Drei schön langsam alle Supermarktketten in Österreich erobern, galt am Anfang das Weniger ist mehr.

Die Mohnfelder von Armschlag
Damit sind wir schon mitten im Waldviertel, in dem sich eine ähnliche Szene bildet. Als Pionier kann man hier sicher Heini Staudinger mit seinen GEA Schuhen nennen, der heutzutage noch immer als Rebell die herkömmlichen Strukturen herausfordert. In seinem Sog, aber auch durch ortskundige Lehrer und Professoren entwickelte sich eine Szene rund um die Produkte des Waldviertels.

Mohndorf Armschlag
Hier in Armschlag ist der Mohn zu Hause. Seit nunmehr 25 Jahren stellt die Familie Neuwiesinger den Mohn in den Mittelpunkt und baute ihre Idee mehr und mehr vom Mohnwirt zum Mohndorf aus. Heute kann man sich nicht nur beim Mohnwirt mit vielen Mohnschmankerln verwöhnen lassen, sondern auch viel über die Region, den Mohn, das Dorf und das Waldviertel erfahren. Und Spaß macht es oben drein.

Das längste Mohnbild der Welt
Am besten Sie stellen Ihr Auto auf dem großen Parkplatz vis à vis des Mohnladens ab und warten auf den Mohnexpress, der Sie dann auf eine Rundreise durch die Mohnfelder von Armschlag bringt.
Wenn Sie auf diesen ein bisschen warten müssen, sollten Sie einen Blick auf das längste Mohnbild der Welt werfen. Auf einer Länge von 60 Metern hat Karl Moser, ein bekannter Waldviertler Künstler riesige Mohnblüten, Mohnkapseln, Waldviertler Dreiseithöfe und die Waldviertler Landschaft vereint auf ein Bild gebracht.

Der Mohnexpress

Vis à vis des langen Mohnbildes und vor dem Mohnbauernladen startet der Mohnexpress. Steigen Sie ein oder setzen Sie auf (auf den Traktor) und lassen Sie sich durch die Gegend schaukeln.

Bei einem Stopp im Mohnfeld erfahren wir dann einiges über die Geschichte des Mohndorfes, des Graumohns und auch über das Waldviertel. Dann geht es – nach einem Stopp beim Mohnwirt – zurück zum Mohnladen.

Unterwegs mit dem Mohnexpress
Nachdem man einen ersten Überblick bei der Fahrt dem Mohnexpress bekommen hat, sollte man sich per Pedes noch auf einen Rundgang durch den Ort aufmachen.

Der Mohngarten

Im Mohngarten

Die Arbeiten wurden im Herbst 2004 begonnen und im Mai des folgenden Jahres abgeschlossen. 1200 Arbeitsstunden wurden von der Dorfgemeinschaft aufgebracht bis die Pracht der Blumen vollendet war. Über 30 verschiedene Ziermohnarten blühen zur Hauptblütezeit im Juni und Juli im Mohngarten. Allerdings hat Mohn nur eine sehr begrenzte Blütezeit und daher findet der Besucher auch viele andere Blumen und Stauden im Garten, um zu jeder Zeit alle Sinne anzusprechen. Spazieren Sie doch einmal durch oder verweilen Sie doch ein wenig beim Mohnument, das Martin Vollgruber, ein Holzschnitzer aus Martinsberg mit der Motorsäge aus Eichenholz gestaltet hat.

Blick auf den Kinderspielplatz
Hinter dem Mohngarten befindet sich auch ein riesiger Kinderspielplatz, der kleine und auch größere Besucher sicher begeistern wird.

Mohnlehrpfad

Am Mohnlehrpfad

Sechs Schaukästen stehen entlang des ca. 1 km langen Mohnlehrpfads, wo man alles Wichtige und Interessante und auch einige unterhaltsame Geschichten über den Waldviertler Graumohn erfahren kann: 119 Jahre wurde der älteste Armschläger alt – ob es daran lag, dass er viel Mohn aß oder weil er zeitlebens unverheiratet blieb? Oder wussten Sie, dass die Geschichte des Mohns bis in die Jungsteinzeit, also vor ca. 12.000 Jahre zurückreicht?

Mohnstadl

Im Mohnstadl erfährt man mehr über die Geschichte des Dorfes

Im Mohnstadl gibt es Vorträge über den Graumohn und das Dorf, ein kleiner Film berichtet unter anderem über die Verleihung des Niederösterreichischen Tourismuspreises 2015 an den Mohnwirt und Fans von Alexander Goebels werden vielleicht erstaunt sein, dass auch er sich hier im Mohndorf und beim Mohnwirt pudelwohl fühlt. Zum Ende des Vortrags gibt es aber auch alle Teilnehmer noch ein kleines Geschenk.

Mohnbauernladen

Im Mohnbauernladen in der Mitte des Dorfes, der in einem alten Stadl untergebracht ist, gibt es alles was man aus und mit und über Mohn machen kann. Sei es, ob Sie Schürzen, T-Shirts, Gestecke, Keramikfiguren, alles dreht sich selbstverständlich um den Mohn. Klarerweise kann man hier auch den grauen oder weißen Mohn erwerben, auch schon gemahlen. Keine Angst, wenn Sie eine größere Packung kaufen: Mohn kann man sehr gut einfrieren, er verklumpt nicht und lässt sich durch ihren Fettgehalt auch sehr gut portionieren. Natürlich gibt es hier auch Mehlspeisen und viel verschiedene Geschenkartikel, die sich (fast) alle um Mohn drehen.

Der Mohnbauernladen ist von Mai bis Oktober Samstag, Sonn- und Feiertag von 11:00 bis 15:00 Uhr, im Juli und August täglich zu den gleichen Öffnungszeiten und gegen Voranmeldung geöffnet.

Der Mohnwirt

Zum Abschluss eines Ausflugs ins Mohndorf sollte man auf jeden Fall den Mohnwirt besuchen. Schließlich muss man sich ja auch wieder für die Heimfahrt stärken.

Im Hof vom Mohnwirt
Seit 1881 ist das Gasthaus im Familienbesitz der Neuwiesingers. Der Vorspannhof entwickelte sich zum Dorfwirtshaus, zum sportlichen Kegeltreff und schließlich zum Mohnwirtshaus. 1989 entstand hier auch die Idee Armschlag in ein Mohndorf zu verwandeln und so wurde das Dorfgasthaus auch zum Mohnwirtshaus. Der Waldviertler Graumohn wurde Teil der Lebensphilosophie der Besitzer und die Begeisterung über die Pflanze kann man im ganzen Gasthaus spüren.

Die Sammlung der Mohnmühlen beim Mohnwirt (Foto © Mohnwirt)
So gibt es nicht nur die größte Mohnmühlensammlung der Welt mit fast 2000 Mohnmühlen im Mohnwirtstadl zu besichtigen, sind aber auch in der Wirtsstube zu sehen. Als leidenschaftlicher Sammler hat der Mohnwirt aber auch eine reiche Sammlung von bäuerlichen Geräten zusammengetragen, die sich natürlich alle um die Herstellung von Mohn drehen, wie ein Mohnsährad, Mohnschneidemaschine, Mohnmörser, Windmühlen und vieles mehr. Im Mohnsalettl kann man die Mohnbildergalerie besichtigen und nach dem ausgiebigen Mohnmenü kann man beim Spaziergang auf dem Bankerlweg auf einem der drei Riesenbankerl rasten.

Auch hier kann man gut rasten ...
Damit sind wir endlich beim wichtigsten, was ein Gasthaus zu bieten hat: Der Küche!

Natürlich bietet der Mohnwirt ein reichhaltiges Angebot an Mohnschmankerl, von pikanten bis zu süßen Köstlichkeiten. Das Angebot reicht von Mohnzelten, Torten, Knödel, Mohneis und Mohnnudeln bis zur Mohnschöberlsuppe oder Karpfen in der Mohnkruste, aber auch die Mohnwirt Klassiker, wie Schafskäse in Mohnölpesto, Truthahnstreifen in Weißmohn gebacken auf Kürbiskernen oder ein Brat’l mit Waldviertler Knödel und Krautsalat. Oder wie wäre es mit einem Kräuter Käse Mohnomelett oder Oma’s Grammelknödel. Als Dessert sollten Sie unbedingt die Mohnoberstorte versuchen – sie gilt als die Spezialität der Wirtin, jede Schicht muss hier extra gebacken werden.

Hier finden Sie auch noch eine kleine Broschüre, die viel Wissenswertes über das Mohndorf erzählt, zum Download.

Weitere Informationen über das Mohndorf und seine Umgebung finden Sie auf www.mohn.at

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