Slavonice

Ein weiteres Kleinod der Renaissance liegt im südwestlichen Mähren auf dem Weg von Wien nach Telč. Machen Sie den kleinen Umweg und schauen Sie in Slavonice vorbei – Sie werden nicht enttäuscht sein!

Geschichte

Slavonice - Florianbrunnen und Haus 517Die Anfänge der Stadt liegen im 12.Jahrhundert. Der älteste schriftliche Bericht stammt aus dem Jahr 1260. Die ursprüngliche slawische Siedlung entwickelte sich zu einem Marktdorf, das zum Besitz der Herren von Neuhaus (Hradec) gehörte und dann zu einer befestigten Stadt. Im 13.Jahrhundert entstand ein unterirdisches Abwassersystem, das auch als Verteidigungssystem für die Stadt genutzt werden konnte. Im 14.Jahrhundert kam es in der mittelalterlichen Stadt zur Erweiterung der älteren, kreisförmigen Siedlung um zwei geräumige Marktplätze. Der leicht gegen den Westen abfallende bildet heute den Friedensplatz, der andere war eine breite Marktgasse nach Osten ist heute der Obere Platz. Die mittelalterlichen Bürgerhäuser wurden auf langen Parzellen mit engen Höfen gebaut, deren hintere Teile Scheunen und Wirtschaftsgebäude bildeten. Zu dieser Zeit entstanden die für die Stadt typischen Gebäude um den Marktplatz.

Slavonice - Haus Nr. 463Zwischen den beiden Plätzen erhebt sich der Turm der Kirche Maria Himmelfahrt, er wurde von 1503-1549 unter der Leitung des Baumeisters Michal an Stelle der ehemaligen Sakristei errichtet. Das barocke Helmdach stammt aus der Zeit nach dem Brand im Jahre 1750. Die dreischiffige Basilika wurde von Mitte des 14.Jhts bis 1521 gebaut, der Chor stammt aus dem 17. Jahrhundert, die Barockkapellen wurden Anfang des 18. Jahrhunderts dazu gebaut.

In der zweiten Hälfte des 15.Jahrhunderts und vor allem im 16.Jahrhundert brachte die Einrichtung einer Poststation auf der Strecke Prag-Wien eine Zeit wirtschaftlicher Prosperität und damit einhergehend rege Bautätigkeit. Viele Teiche wurden in der Umgebung der Stadt angelegt, fast alle Häuser auf beiden Stadtplätzen erhielten durch Umbauten ihr heutiges Aussehen. Sehenswert sind die Giebel der Häuser, die von der italienischen Renaissance beeinflusst sind, die Zunfträume mit Wandmalereien ausgeschmückt, die Säle mit den Zellengewölben, die mit  Sgraffitoschmuck verzierten Häuserfronten.

Slavonice Haus Nr. 536Nach dieser Blütezeit kamen wieder schwere Zeiten auf die Stadt zu: der Dreißigjährige Krieg, schwere Brände und die Pest wüteten in Slavonice. Als im 19.Jahrhundert die wichtigsten Verbindungswege verlegt und außerhalb der Stadt geführt wurden, begann die Zeit des wirtschaftlichen Niederganges. Vielleicht sind aber gerade deswegen die außergewöhnlich wertvollen Baudenkmäler aus der Spätgotik und Renaissance bis heute erhalten geblieben. Ende der 50er Jahre des 20.Jahrhunderts wurde mit der Renovierung der Baudenkmäler begonnen. Heute ist die Stadt zur Denkmalschutzzone erklärt.

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt wirkt unglaublich durch das gut erhaltene Ensemble der Häuserfront, einige sehenswürdige Beispiele davon wollen wir hier herausgreifen:

Haus Nr. 463

Slavonice HauptplatzSpätgotisches, einstöckiges Haus mit Attikastirnwand, die mit einem Zinnenmotiv beendet und mit einfachem Briefsgraffiti bedeckt ist. In den

Brunnen mit der Statur des Hl. Florians und Haus Nr. 517

Die Barockstatue des Hl. Florians trägt einen sekundär eingesetzten achtwändigen spätgotischen Pfeiler, der Granitbehälter hat eine Datierung von 1783. Das gegenüberliegende Haus Nr. 517 wirkt auf den Besucher mit seiner Attikafassade mit zwei Bogengiebeln, das Sgraffiti ist von 1559 und zeigt Themen der planetarischen Gottheit, königliche Porträts, zwei biblische Szenen. Im Obergeschoss ist eine protestantische Bethalle mit profilierter Sturzbalkendecke, an den Wänden findet sich ein Freskenzyklus mit dem Thema der Apokalypse aus der Offenbarung des heiligen Johannes.

Haus Nr. 520

Haus Nr. 522Das Haus stammt aus der 2.Hälfte des 16.Jahrhunderts. Bemerkenswert sind das Kammgewölbe im Erdgeschoss und das Rautengewölbe im Obergeschoss, das auf Kragträgern gelagert ist. Das Sgraffiti zeigt mythologische Themen (Der Sturz des Ikarus) und Bildnisse der österreichischen Erzherzöge.

Haus Nr. 522

Die Sgraffiti aus dem Jahr 1547 zeigt Samson, Kain und Abel, die zehn Stufen des menschlichen Lebens, das Tuchmacherwappen. In der Hauseinfahrt findet sich ein Kammgewölbe.

Haus Nr. 536

Nur die Vorderfassade des Hauses blieb erhalten, Sie zeigt Sgraffito-Medaillons mit fiktiven Bildnissen von Kaisern, Königen, Kurfürsten und Geistlichen.

Haus Nr. 537

Slavonice Haus Nr. 540Auch hier blieb „nur“ die Vorderfassade des Hauses mit Sgraffiti-Szenen aus dem Buch der Propheten erhalten: Szene „König David als Prophet über dem Buch“

Haus Nr. 540

Das ursprünglich gotische Tor nach Jemnice wurde in der 1.Hälfte des 16.Jahrhunderts umgebaut, an der Vorderfassade findet sich Briefsgraffiti und ein Wappen.

Interessante Links

www.slavonice-mesto.cz (Tschechisch, Englisch, Deutsch, Französisch)
www.czechtourism.com (Deutsch)

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