Mělník

Karl IV. gilt als der Vater des Weinbaus in Böhmen. Er brachte die Trauben aus Burgund und dem Rheinland  und befahl ihren Anbau. Die Legende erzählt, dass auch Ludmilla, die Großmutter des Hl. Wenzels sich sehr für den Weinbau interessierte. Hier in Mělník, ca. 30km nördlich von Prag, am Zusammenfluss von Moldau und Elbe, können Sie „Ihren“ Wein in den Kellern des Ortes verkosten.

Geschichte

Schloss Mělník - Rittersaal (Foto: CZ Tourismus)Ursprünglich stand hier eine slawische Burgstätte der Pschowanen. Ludmilla von Böhmen, die Tochter des letzten Pschowanenfürsten Slavibor wurde um 880 mit dem Přemysliden Bořiwoj verheiratet, wodurch die Besitztümer nach dem Tod Slavibors an die Přemysliden fielen. Ende des 10.Jahrhunderts tauchte der neue Name Myelnik für den Ort auf. Emma, die zweite Frau des böhmischen Fürsten Boleslav errichtete hier ihren Witwensitz. Sie ließ als erste Fürstin eigene Münzen – Melnic civitas – prägen.

1274 wurde Mělník von Ottokar II. Přemysl zur Königsstadt erhoben und das Magdeburger Stadtrecht verliehen. Bereits 1328 gab es vor den Toren der Stadt ein Spital und Kaiser Karl IV. gilt nicht nur als Urheber des Weinbaus in Mělník, er verlieh der Stadt auch zahlreiche andere Privilegien. In den Hussitenkriegen war die Stadt, die sich dem Prager Städtebund angeschlossen hatte, nach 1436 wiederholt Tagungsort der Utraquisten, einer Partei der Hussiten, die das Abendmahl in beiderlei Gestalt – Brot und Wein – feierten.

Schloss Mělník - KonzertsaalMĕlník war der Witwensitz zahlreicher böhmischer Königinnen, unter anderem Barbara von Cilli und der zweiten Frau Georg von Podiebrads, Johanna von Rosental. Als sie 1475 starb wurde die Stadt mehrmals verpfändet. 1542 gelangte es in den Besitz von Zdislav Berka von Dubá, der die Burg in ein Renaissanceschloss umbauen ließ. 1646 ging die Stadt an Hermann Czernin von Chudenitz, der wegen seiner großen Verdienste während der Schlacht am Weißen Berg 1623 in den Adelsstand und 1627 in den Grafenstand erhoben wurde. 1652 vernichtete ein Brand weiter Teile der Stadt. 1789 wurde das 1750 gegründete Kapuzinerkloster im Zuge der Josephinischen Reformen aufgelöst.

Durch die Heirat der Czernin-Tochter Maria Ludmilla mit August Anton Lobkowitz gingen Herrschaft und das Schloss 1753 in den Besitz der Lobkowitz über.  Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt setzte erst im 19. Jahrhundert ein: 1874 wurde die Stadt ans Eisenbahnnetz angeschlossen. 1884 wurde hier die erste Weinbauschule Böhmens gegründet. 1897 wurde ein Frachtschiffhafen errichtet und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Strecke Aussig – Mělník kanalisiert. Neben dem Weinbau sind in der Gegend der Maschinenbau und die Nahrungs- und Genussmittelindustrie von Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten

Das Schloss Mělník

Schloss MělníkAus der mittelalterlichen Burg, die im 17. Jahrhundert von den Czernins in ein Renaissanceschloss umgebaut wurde, schufen die Herren von Lobkowitz die heutige Anlage im Stil des Barocks. Das Schloss war der Sitz vieler böhmischer Königinnen und kam durch die Heirat der Czernin-Tochter Maria Ludmilla mit August Anton Lobkowitz in deren Besitz, den sie – mit Ausnahme des Zweiten Weltkrieges und der 40jährigen Herrschaft des Kommunistischen Regimes – auch heute wieder inne haben.

Jiři Lobkowitz begann 1992 mit der Renovierung des Schlosses, das ganzjährig für Besucher geöffnet ist. Der Rundgang durch das Schloss kann ohne einen Führer durchgeführt werden, eine Beschreibung der Einrichtung, der Geschichte des Schlosses und der Familie Lobkowitz ist in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Holländisch, Russisch und Tschechisch erhältlich. Auf dem Rundgang können Sie auch bedeutende Werke berühmter tschechischer Maler wie František Ženíšek, Petr Brandl und Karel Škréta bewundern. Verpassen Sie auch nicht den wunderschönen Ausblick vom Restaurant aus.

Mělník - Der Weinkeller des SchlossesWeinliebhaber sollten keinesfalls versäumen die Weinkeller des Schlosses zu besuchen und sich eine Weinverkostung gönnen, die es in verschiedenen Ausführungen zu buchen gibt. Die Kellergewölbe stammen aus dem 14. Jahrhundert und möglicherweise war auch Karl IV. hier zu Gast. Die Keller liegen in drei Ebenen und weisen eine Ausdehnung von 1.500 m2 auf. Und in den alten, massiven Fässern lagern – bereit für die Verkostung – die typischen Sorten des Weines dieser Gegend: Ludmilla, Château Mělník und Labin.

Weitere Informationen finden Sie hier (Tschechisch)

Karl IV. gilt als der Vater des Weinbaus in Böhmen. Er brachte die Trauben aus Burgund und dem Rheinland  und befahl ihren Anbau. Die Legende erzählt, dass auch Ludmilla, die Großmutter des Hl. Wenzels sich sehr für den Weinbau interessierte. Hier in Mělník, ca. 30km nördlich von Prag, am Zusammenfluss von Moldau und Elbe, können Sie „Ihren“ Wein in den Kellern des Ortes verkosten.

Geschichte

Schloss Mělník - Rittersaal (Foto: CZ Tourismus)Ursprünglich stand hier eine slawische Burgstätte der Pschowanen. Ludmilla von Böhmen, die Tochter des letzten Pschowanenfürsten Slavibor wurde um 880 mit dem Přemysliden Bořiwoj verheiratet, wodurch die Besitztümer nach dem Tod Slavibors an die Přemysliden fielen. Ende des 10.Jahrhunderts tauchte der neue Name Myelnik für den Ort auf. Emma, die zweite Frau des böhmischen Fürsten Boleslav errichtete hier ihren Witwensitz. Sie ließ als erste Fürstin eigene Münzen – Melnic civitas – prägen.

1274 wurde Mělník von Ottokar II. Přemysl zur Königsstadt erhoben und das Magdeburger Stadtrecht verliehen. Bereits 1328 gab es vor den Toren der Stadt ein Spital und Kaiser Karl IV. gilt nicht nur als Urheber des Weinbaus in Mělník, er verlieh der Stadt auch zahlreiche andere Privilegien. In den Hussitenkriegen war die Stadt, die sich dem Prager Städtebund angeschlossen hatte, nach 1436 wiederholt Tagungsort der Utraquisten, einer Partei der Hussiten, die das Abendmahl in beiderlei Gestalt – Brot und Wein – feierten.

Schloss Mělník - KonzertsaalMĕlník war der Witwensitz zahlreicher böhmischer Königinnen, unter anderem Barbara von Cilli und der zweiten Frau Georg von Podiebrads, Johanna von Rosental. Als sie 1475 starb wurde die Stadt mehrmals verpfändet. 1542 gelangte es in den Besitz von Zdislav Berka von Dubá, der die Burg in ein Renaissanceschloss umbauen ließ. 1646 ging die Stadt an Hermann Czernin von Chudenitz, der wegen seiner großen Verdienste während der Schlacht am Weißen Berg 1623 in den Adelsstand und 1627 in den Grafenstand erhoben wurde. 1652 vernichtete ein Brand weiter Teile der Stadt. 1789 wurde das 1750 gegründete Kapuzinerkloster im Zuge der Josephinischen Reformen aufgelöst.

Durch die Heirat der Czernin-Tochter Maria Ludmilla mit August Anton Lobkowitz gingen Herrschaft und das Schloss 1753 in den Besitz der Lobkowitz über.  Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt setzte erst im 19. Jahrhundert ein: 1874 wurde die Stadt ans Eisenbahnnetz angeschlossen. 1884 wurde hier die erste Weinbauschule Böhmens gegründet. 1897 wurde ein Frachtschiffhafen errichtet und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Strecke Aussig – Mělník kanalisiert. Neben dem Weinbau sind in der Gegend der Maschinenbau und die Nahrungs- und Genussmittelindustrie von Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten

Das Schloss Mělník

Schloss MělníkAus der mittelalterlichen Burg, die im 17. Jahrhundert von den Czernins in ein Renaissanceschloss umgebaut wurde, schufen die Herren von Lobkowitz die heutige Anlage im Stil des Barocks. Das Schloss war der Sitz vieler böhmischer Königinnen und kam durch die Heirat der Czernin-Tochter Maria Ludmilla mit August Anton Lobkowitz in deren Besitz, den sie – mit Ausnahme des Zweiten Weltkrieges und der 40jährigen Herrschaft des Kommunistischen Regimes – auch heute wieder inne haben.

Jiři Lobkowitz begann 1992 mit der Renovierung des Schlosses, das ganzjährig für Besucher geöffnet ist. Der Rundgang durch das Schloss kann ohne einen Führer durchgeführt werden, eine Beschreibung der Einrichtung, der Geschichte des Schlosses und der Familie Lobkowitz ist in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Holländisch, Russisch und Tschechisch erhältlich. Auf dem Rundgang können Sie auch bedeutende Werke berühmter tschechischer Maler wie František Ženíšek, Petr Brandl und Karel Škréta bewundern. Verpassen Sie auch nicht den wunderschönen Ausblick vom Restaurant aus.

Mělník - Der Weinkeller des SchlossesWeinliebhaber sollten keinesfalls versäumen die Weinkeller des Schlosses zu besuchen und sich eine Weinverkostung gönnen, die es in verschiedenen Ausführungen zu buchen gibt. Die Kellergewölbe stammen aus dem 14. Jahrhundert und möglicherweise war auch Karl IV. hier zu Gast. Die Keller liegen in drei Ebenen und weisen eine Ausdehnung von 1.500 m2 auf. Und in den alten, massiven Fässern lagern – bereit für die Verkostung – die typischen Sorten des Weines dieser Gegend: Ludmilla, Château Mělník und Labin.

Weitere Informationen finden Sie hier (Tschechisch)

Untergrund, Kirche, Rathaus

Der Mĕlníker Untergrund

Mělník - Der Untergrund (Foto: CZ Tourismus)Wahrscheinlich entstand das Untergrundsystem ab dem Ende des 13. Jahrhunderts mit dem Aufbau der Stadt. Das Tunnelsystem, zu einem wesentlichen Teil 8-10m unter der Oberfläche in Sandmergel gehauen, liegt im historischen Kern der Stadt. Fast alle Häuser der Stadt hatten damals einen Keller, die wiederum miteinander verbunden waren, heute sind die Gänge durch zahlreiche Vermauerungen, Auffüllungen und Einstürze unterbrochen. 37 Stufen führen vom Informationszentrum in die Tiefe – auch vom Schloss gibt es einen Einstieg in das unterirdische Labyrinth. Während Straßenbauarbeiten wurden und werden immer wieder neue Keller entdeckt, für die Besucher ist allerdings nur die erste Ebene zugänglich. Die tiefste Ebene liegt 25 Meter unter der Oberfläche.

Mělník - Untergrund und mittelalterliche Mauer (Foto: CZ Tourismus)Der Brunnen stammt wahrscheinlich auch aus der Zeit der Entstehung der Stadt und war für lange Zeit ihre einzige Wasserquelle. Er ist 54 Meter tief, wobei die Höhe der Wassersäule 7,2 Meter beträgt. Mit einem Durchmesser von 4,54 Meter ist der der breiteste bekannte Brunnen in der Tschechischen Republik. Der gegenwärtige, jedoch nicht ursprüngliche Zugang zum Brunnen ist ein unterirdischer Gang, der beim Haus Nr. 51 beginnt und in einer Tiefe von 8m liegt. Am Ende des Ganges, nach ca. 150 Meter gibt es einen Durchbruch in das Ziegelgehäuse des Brunnens mit einem Schutzgitter, durch das man in die Tiefe der smaragdgrünen Wasseroberfläche blicken kann.

Die Kirche der Hl. Petrus und Paul

Die Anfänge der Kirche liegen im Ende des 10. und Anfang des 11. Jahrhunderts. Sie entwickelte sich aus der ehemaligen Burgkapelle des 11. Jh., aus dieser Zeit stammt auch der viereckige gotische Turm. Im Sommer ist sie Ort regelmäßiger Orgelkonzerte und vom renovierten Kirchturm aus können sie einen imposanten Ausblick über die Stadt und die umgebende Landschaft genießen.

Sehenswert ist auch das Beinhaus in der Krypta. Hier wurden in den Jahren 1915-1919 die Überreste von mehr als 10.000 Personen durch den Anthropologen Prof. Jindřich Matiegka fachlich untersucht und verglichen.

Weitere Informationen (Deutsch) www.melnik.cz/fremdenverkehr-und-freizeit

Besuchszeit

täglich von 10:00 – 13:00, 13:30 – 18:00

Římskokatolická farnost – Proboštství Mělník, Na vyhlídce 18, 276 01 Mělník

Das Rathaus von Mělník

Mělník - KapelleDas Gebäude, das Ende des 14.Jahrhunderts an Stelle des ursprünglichen Vogtshauses errichtet wurde, dominiert den Hauptplatz. Die gotischen Erker an den Pfeilern sind heute noch erhalten. Danach wurde das Rathaus mehrmals umgebaut und auch erweitert. 1765 wurde das Bauwerk durch einen Brand beschädigt und die Reparaturen zogen sich bis 1793, und erhielten dadurch einen barocken Stil. In diesem Jahr wurden die Arbeiten abgeschlossen und der wieder hergestellte Turm wurde mit einer neuen Messingkuppel versehen. 1885 – 1889 wurden während der Restaurierung runde Porträtmedaillons in die Fassade eingesetzt und die Giebel mit Reliefs des Fürsten Václav und der Fürstin Ludmilla verziert. Zwei eiserne Ellen - die böhmische und die wienerische – die auf der rechten Seite des Rathauseingangs eingesetzt sind, erinnern noch heute an das Marktrecht der Stadt.

Nebenan befand sich in früherer Zeit das Kapuzinerkloster, das ab 1850 mit Wasser aus dem Pšota Reservoir versorgt wurde. Alle anderen Einwohner mussten das Wasser vom Brunnen in der Mitte des Platzes holen, dessen früherer Standort heute mit weißen Pflastersteinen markiert ist. 1749 war der Brunnen unter einem Schrein der Heiligen Jungfrau Maria und einer Anzahl von Heiligen, - weder der Schrein noch die Statuen sind allerdings erhalten geblieben.

Sehenswert sind auch noch das Prager Tor aus dem 15. Jahrhundert, das das einzige noch erhaltene Fragment der alten Stadtbefestigung ist und die St. Ludmilla-Kirche von 1583.

Der Říp (Georgsberg) grüßt heute wie damals die Besucher von Mĕlník: der Legende nach hat hier Urvater Chech sein Volk versammelt und zum Siedeln ermuntert.

Und nicht vergessen: das jährlich stattfindende Weinfest ist eine Reise wert! 

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