Kutná Hora Sehenswürdigkeiten

„Ein Tag ist nicht genug“ lautet der Werbeslogan der Stadt Kutná Hora und es stimmt wirklich. Wenn Sie alle die Reichtümer und Besonderheiten hier in Ruhe entdecken wollen, sollten Sie länger bleiben. Kutná Hora bietet für jeden etwas: Zdař Bůh….

Geschichte

Auch der Prager Groschen wurde in Kutná Hora geprägtDie Geschichte der Stadt ist eng mit dem hiesigen Silbervorkommen verbunden. Dieses ist auch der Grund für das Blühen der Stadt im Mittelalter, als sie eine der reichsten Orte des böhmischen Reiches war und recht gut mit der Hauptstadt Prag konkurrieren konnte. Doch der Reihe nach…

Die Gegend um Kuttenberg war schon in der Jungsteinzeit besiedelt und landwirtschaftlich genutzt, Man nimmt an, dass bereits die Kelten um das 4.Jht bereits Silber gefördert und bearbeitet haben. Im 8. und 10.Jht erstreckte sich auf dem wichtigen Haber Landesweg eine slawische Burgstätte, die der Adelsfamilie der Slavnikiden, später den Przemysliden gehörte.

Kutná Hora, Altar in der Kathedrale zur Hl. BarbaraBekannt ist auch die Tatsache, dass im 10.Jht in Malín Silbermünzen geprägt wurden, die man súter Denare nannte. Die Gewinnung des Rohstoffes war damals einfacher, da die Silbererzlager an der Oberfläche lagen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1276. 1142 kamen die Zisterzienser, die in Sedlec, einem heutigen Stadtteil von Kutná Hora, das erste Klosters dieses Ordens in Böhmen gründeten. Zu dem Kloster gehörten sowohl ausgedehnte Grundstücke in der näheren Umgebung, wie auch in der Umgebung der Königsstätte Kolín und Čáslav. Möglicherweise hatten die Mönche, die aus der Abtei Waldsassen in der Oberpfalz stammten auch schon Kenntnis von den Silbervorkommen, Laut Legende ist auch ein Mönch dieses Ordens in die Namensgebung des Ortes verwickelt. Antonius wurde während eines Spazierganges in der Nähe der Allerheiligen-Kirche müde, setzte sich niceder um sich auszuruhen und schlief ein. Als er aufwachte, sah er drei silberne Barren aus dem Boden ragen, die ihm bereits im Traum erschienen waren. Er markierte die Stelle mit seiner weißen Zisterzienserkutte und lief in das Kloster, um den Fund zu melden. Daran erinnert der Name Kuttenberg.

Kutná Hora - Barbara-Kathedrale, DetailWahrscheinlich ist der Name der Stadt jedoch aus der Verbindung von hora (Berg) für eine Bergbaustelle und kutná, abgeleitet vom mittelalterlichen, deutschen Wort kutta (Grube) abgeleitet. Einige vermuten auch, dass das tschechische Wort kutat (schürfen) Namensgeber sein könnte. Dem entgegen spricht aber, dass die ersten Bergleute bis 1420 alle deutscher Abstammung waren und von ihnen auch alle Bergbaufachbegriffe und Ortsbezeichnungen stammten.

Zwischen 1270 und 1280 entwickelten sich die kleinen Ansiedlungen unter dem böhmischen König Přemysl Otakar II. schrittweise zur Stadt, ihr Aufstieg begann: aus dem ursprünglichen Bergbauort Cuthna antiqua wurde eine reiche königliche Stadt, die mit zahlreichen Privilegien ausgestatten war. 1300 führte hier König Wenzel II. die Ius regale montanorum ein – ein Berggesetzbuch, das das Regelwerk für sämtliche Bergbautätigkeiten darstellt und bis ins 19.Jht Gültigkeit hatte. Ende des 13. Jahrhunderts wurden hier jährlich 2.000 bis 3.000 kg Silber, später sogar bis zu 5.000 kg Silber gefördert. Um 1300 führte König Wenzel II. eine Währungsreform durch, die den Prager Groschen zur einheitlichen Währung im ganzen Königreich bestimmte, und gründete in Kuttenberg die zentrale Münzanstalt für das ganze Königreich, womit Kutná Hora der einzigen Herstellungsort des Prager Groschens war. Die Stadt wurde zur Schatzkammer Böhmens, in die auch die Könige immer wieder zurück kehrten und sich länger hier aufhielten. Während seiner Blütezeit zählte Kuttenberg an die 50.000 Einwohner und war hinter Prag die zweitgrößte Stadt Böhmens. Und wenn es vielleicht auch viele Prager nicht gerne hören wollen: Das Kuttenberger Silber finanzierte auch viele Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.

Kuttenberg - Barbara-Kathedrale, Deckenfresken1409 fand ein weiterer geschichtlicher Höhepunkt in Kuttenberg statt: Wenzel IV. veränderte mit dem Kuttenberger Dekret das Stimmverhältnis an der Prager Universität zugunsten des böhmischen Volkes. Diese Entscheidung löste einen Gründungsboom in ganz Europa aus, da viele deutsche und polnische Professoren mit ihren Studenten die Prager Universität verließen und eigene Universitäten gründeten. Durch ihren Reichtum und ihre Bedeutung wurde Kuttenberg allerdings immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen. 1304 belagerte Albrecht von Habsburg die Stadt. Während der Hussitenkriege wurde ein großer Teil der Bevölkerung ermordet und viele deutsche Bergleute verließen nun die Stadt. Die Stadt verlor an Bedeutung und erholte sich davon nur langsam. Erst ab 1470 ging es wieder aufwärts, wurde doch 1471 Vladislav Jagiello hier zum böhmischen König gekrönt. 1485 wurde hier der Kuttenberger Religionsfrieden zwischen den Utraquisten und den Katholiken geschlossen.

Kuttenberg, Kathedrale zur Hl. Barbara, DetailDennoch erreichte die Stadt nicht mehr  die gleiche Stellung wie zu ihrer Blütezeit. Die Silbererzeugung wurde schwerer und schwerer.  Es musste immer tiefer in den Berg hineingegraben werden, um zu weiteren Silbervorkommen zu gelangen. Die Bergleute hatten außerdem in den Stollen mehr und mehr mit dem Grundwasser zu kämpfen. Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Lagerstätten erschöpft, die Prägung des Prager Groschens wurde eingestellt und die Stadt verlor stark an ihrer Bedeutung. 1627 kamen die Jesuiten nach Kuttenberg und es kam zur Rekatholisierung der zumeist hussitisch-utraquistischen Bevölkerung. 1757 verlor die Stadt nach der Schlacht am Tabor-Berg bei Prag auch noch das Münzrecht. 1770 und 1823 veränderten zwei große Brände das Stadtbild, die einzigartigen Bauten und Denkmäler ihrer Blütezeit konnten aber gerettet und/oder wieder aufgebaut werden. 1961 wird Kutná Hora zum städtischen Denkmalschutzreservat erklärt und 1995 wird es in die Liste der UNESCO-Kulturdenkmäler aufgenommen.

„Ein Tag ist nicht genug“ lautet der Werbeslogan der Stadt Kutná Hora und es stimmt wirklich. Wenn Sie alle die Reichtümer und Besonderheiten hier in Ruhe entdecken wollen, sollten Sie länger bleiben. Kutná Hora bietet für jeden etwas: Zdař Bůh….

Geschichte

Auch der Prager Groschen wurde in Kutná Hora geprägtDie Geschichte der Stadt ist eng mit dem hiesigen Silbervorkommen verbunden. Dieses ist auch der Grund für das Blühen der Stadt im Mittelalter, als sie eine der reichsten Orte des böhmischen Reiches war und recht gut mit der Hauptstadt Prag konkurrieren konnte. Doch der Reihe nach…

Die Gegend um Kuttenberg war schon in der Jungsteinzeit besiedelt und landwirtschaftlich genutzt, Man nimmt an, dass bereits die Kelten um das 4.Jht bereits Silber gefördert und bearbeitet haben. Im 8. und 10.Jht erstreckte sich auf dem wichtigen Haber Landesweg eine slawische Burgstätte, die der Adelsfamilie der Slavnikiden, später den Przemysliden gehörte.

Kutná Hora, Altar in der Kathedrale zur Hl. BarbaraBekannt ist auch die Tatsache, dass im 10.Jht in Malín Silbermünzen geprägt wurden, die man súter Denare nannte. Die Gewinnung des Rohstoffes war damals einfacher, da die Silbererzlager an der Oberfläche lagen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1276. 1142 kamen die Zisterzienser, die in Sedlec, einem heutigen Stadtteil von Kutná Hora, das erste Klosters dieses Ordens in Böhmen gründeten. Zu dem Kloster gehörten sowohl ausgedehnte Grundstücke in der näheren Umgebung, wie auch in der Umgebung der Königsstätte Kolín und Čáslav. Möglicherweise hatten die Mönche, die aus der Abtei Waldsassen in der Oberpfalz stammten auch schon Kenntnis von den Silbervorkommen, Laut Legende ist auch ein Mönch dieses Ordens in die Namensgebung des Ortes verwickelt. Antonius wurde während eines Spazierganges in der Nähe der Allerheiligen-Kirche müde, setzte sich niceder um sich auszuruhen und schlief ein. Als er aufwachte, sah er drei silberne Barren aus dem Boden ragen, die ihm bereits im Traum erschienen waren. Er markierte die Stelle mit seiner weißen Zisterzienserkutte und lief in das Kloster, um den Fund zu melden. Daran erinnert der Name Kuttenberg.

Kutná Hora - Barbara-Kathedrale, DetailWahrscheinlich ist der Name der Stadt jedoch aus der Verbindung von hora (Berg) für eine Bergbaustelle und kutná, abgeleitet vom mittelalterlichen, deutschen Wort kutta (Grube) abgeleitet. Einige vermuten auch, dass das tschechische Wort kutat (schürfen) Namensgeber sein könnte. Dem entgegen spricht aber, dass die ersten Bergleute bis 1420 alle deutscher Abstammung waren und von ihnen auch alle Bergbaufachbegriffe und Ortsbezeichnungen stammten.

Zwischen 1270 und 1280 entwickelten sich die kleinen Ansiedlungen unter dem böhmischen König Přemysl Otakar II. schrittweise zur Stadt, ihr Aufstieg begann: aus dem ursprünglichen Bergbauort Cuthna antiqua wurde eine reiche königliche Stadt, die mit zahlreichen Privilegien ausgestatten war. 1300 führte hier König Wenzel II. die Ius regale montanorum ein – ein Berggesetzbuch, das das Regelwerk für sämtliche Bergbautätigkeiten darstellt und bis ins 19.Jht Gültigkeit hatte. Ende des 13. Jahrhunderts wurden hier jährlich 2.000 bis 3.000 kg Silber, später sogar bis zu 5.000 kg Silber gefördert. Um 1300 führte König Wenzel II. eine Währungsreform durch, die den Prager Groschen zur einheitlichen Währung im ganzen Königreich bestimmte, und gründete in Kuttenberg die zentrale Münzanstalt für das ganze Königreich, womit Kutná Hora der einzigen Herstellungsort des Prager Groschens war. Die Stadt wurde zur Schatzkammer Böhmens, in die auch die Könige immer wieder zurück kehrten und sich länger hier aufhielten. Während seiner Blütezeit zählte Kuttenberg an die 50.000 Einwohner und war hinter Prag die zweitgrößte Stadt Böhmens. Und wenn es vielleicht auch viele Prager nicht gerne hören wollen: Das Kuttenberger Silber finanzierte auch viele Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.

Kuttenberg - Barbara-Kathedrale, Deckenfresken1409 fand ein weiterer geschichtlicher Höhepunkt in Kuttenberg statt: Wenzel IV. veränderte mit dem Kuttenberger Dekret das Stimmverhältnis an der Prager Universität zugunsten des böhmischen Volkes. Diese Entscheidung löste einen Gründungsboom in ganz Europa aus, da viele deutsche und polnische Professoren mit ihren Studenten die Prager Universität verließen und eigene Universitäten gründeten. Durch ihren Reichtum und ihre Bedeutung wurde Kuttenberg allerdings immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen. 1304 belagerte Albrecht von Habsburg die Stadt. Während der Hussitenkriege wurde ein großer Teil der Bevölkerung ermordet und viele deutsche Bergleute verließen nun die Stadt. Die Stadt verlor an Bedeutung und erholte sich davon nur langsam. Erst ab 1470 ging es wieder aufwärts, wurde doch 1471 Vladislav Jagiello hier zum böhmischen König gekrönt. 1485 wurde hier der Kuttenberger Religionsfrieden zwischen den Utraquisten und den Katholiken geschlossen.

Kuttenberg, Kathedrale zur Hl. Barbara, DetailDennoch erreichte die Stadt nicht mehr  die gleiche Stellung wie zu ihrer Blütezeit. Die Silbererzeugung wurde schwerer und schwerer.  Es musste immer tiefer in den Berg hineingegraben werden, um zu weiteren Silbervorkommen zu gelangen. Die Bergleute hatten außerdem in den Stollen mehr und mehr mit dem Grundwasser zu kämpfen. Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Lagerstätten erschöpft, die Prägung des Prager Groschens wurde eingestellt und die Stadt verlor stark an ihrer Bedeutung. 1627 kamen die Jesuiten nach Kuttenberg und es kam zur Rekatholisierung der zumeist hussitisch-utraquistischen Bevölkerung. 1757 verlor die Stadt nach der Schlacht am Tabor-Berg bei Prag auch noch das Münzrecht. 1770 und 1823 veränderten zwei große Brände das Stadtbild, die einzigartigen Bauten und Denkmäler ihrer Blütezeit konnten aber gerettet und/oder wieder aufgebaut werden. 1961 wird Kutná Hora zum städtischen Denkmalschutzreservat erklärt und 1995 wird es in die Liste der UNESCO-Kulturdenkmäler aufgenommen.

St. Barbara Kathedrale

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt der zwei Kathedralen

Obwohl niemals ein Bischofssitz besitzt Kuttenberg zwei Kathedralen, die diesen Namen jedoch durch die architektonische Bauweise erhalten haben: sowohl in der Barbara-Kathedrale als auch in der Kirche Mariä Himmelfahrt umgibt ein Kapellenkranz den Hauptaltar.

Die St. Barbara Kathedrale

Die Barbara Kathedrale in Kutná HoraAuf ihrem Platz stand bereits um 1300 eine kleine Bergmannskapelle, die der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, der Feuerwehr und der Stadt Kuttenberg, geweiht war.

Durch den Silberabbau wurde das Zisterzienser Kloster in Sedlec, auf deren Gebiet sich die Stollen befanden immer reicher und mächtiger. Dieses war allerdings den Bergleuten und Patrizierfamilien ein Dorn im Auge. So fassten sie den Entschluss eine eigene Kirche, die die schönste und größte im ganzen Königreich werden sollte, erbauen zu lassen. Man kaufte vom Prager Domkapitel Grund außerhalb der Stadt und damit außerhalb des Einflussbereiches des Klosters und beauftragte die berühmtesten Architekten der jeweiligen Bauperiode wie Jan Parléř, Matěj Rejsek, Benedikt Rejt, Ludvik Lábler, Josef Mocker. Der Bau der Kirche begann 1388, er gilt als ein Meisterstück der böhmischen gotischen Architektur, doch die Fertigstellung des  Doms dauerte über 500 Jahre, wurde einigen Veränderungen unterworfen und erst 1905 fertiggestellt. Da die Finanzierung von den Bergwerksunternehmern und Patriziergeschlechtern der Stadt getragen wurde, war der Weiterbau auch immer stark von den Erträgen des Silberbergbaus abhängig. Blühte die Silberherstellung wurde weitergebaut, kam sie durch Kriege oder andere Einflüsse zum Erliegen, ruhten auch die Bautätigkeiten am Dom. 1626 übernahmen die Jesuiten die Verwaltung der Kathedrale und veränderten sowohl die innere wie auch äußere Dekoration in Richtung Barock. Angeblich zerstörten sie auch die kleine hölzerne, ursprünglich Bergmannkapelle, die bis dahin in der Mitte der Kathedrale gestanden hatte ebenso wie eine hölzerne Statue, die bei Prozessionen früher durch die Stadt getragen wurde.

Kutná Hora - Barbara KathedraleDie Kathedrale war und ist der ganze Stolz der Stadt und ihrer Bürger. Sie sollte vom Reichtum und kulturellen Leben ein Zeugnis ablegen, und sollte ursprünglich zweimal so lang werde. Beachtlich sind ihre Ausmaße aber auch heute: 70 Meter lang, 40 Meter breit und 30 Meter hoch, wird die Kirche, die die Bauweise französischer Kathedralen zum Vorbild hatte, durch 50 große Fenster beleuchtet. Der älteste Teil der Kirche ist das Presbyterium, dessen Netzgewölbe – ein Werk von Matěj Rejsek – 1499 fertiggestellt wurde. Eine Christusstatue und Embleme der Evangelisten werden von den Gewölbeschlusssteinen getragen, auf den kleineren Schlusssteinen sind lateinische Aufschriften, die sich auf die Sakramente beziehen zu sehen. Wappen jener Stadtzünfte, die den Dombau unterstützten, zieren die einzelnen Felder. Im östlichen Teil finden sich die Wappen von Ungarn, Böhmen, Mähren, Luxenburg, Schlesien, Ober- und Unterlausitz, der Reichsadler und der Adler von Vladislav Jagiello zu sehen, ebenso sein „W“ und die Initiale seines Sohnes Ludwig „L“. Beide sind auch am Geländer des Presbyteriums zu bewundern.  Das Sanktuarium wurde von Rejzeks Bauhütte gefertigt. Der Hauptaltar mit dem Relief des Abendmahls ist eine neugotische Kopie aus dem 19. Jahrhundert, die nach dem ursprünglich spätgotischen Vorbild aus dem Jahre 1502 angefertigt wurde, das die Jesuiten entfernten. Am rechten Flügel kann man die Heilige Barbara mit Buch und Turm erkennen.

Orgelfigur in der Barbara Kathedrale von KuttenbergDas Gewölbe über dem Hauptschiff wurde nach einem Projekt von Benedikt Ried gebaut. Nach seinem Tod fertigten Mukuláš und Jan Vlach das Sternengewölbe mit den gekreuzten Rippen nach seinem Entwurf an. Einzigartig die von weiten sichtbaren Zeltdächer, die bei der Renovierung im 19. Jahrhundert, wieder an Stelle der damaligen Dächer eingesetzt wurden. Da schon damals genügend historische Quellen der unterschiedlichen Umbau-Etappen vorlagen, war es möglich dem Dom seine ursprüngliche Dachform wieder zurückzugeben. Vergessen Sie nicht einen Blick auf die wunderschöne Orgel zu werfen, die nicht nur durch ihren Klang, sondern durch das goldene Engelsorchester beeindruckt.

Dom der Heiligen Barbara
Barborská Straße
Tel: +420 327 512 115 (Pfarrei)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.chramsvatebarbory.cz (Englisch und Tschechisch)

Kathedrale Mariä Himmelfahrt in Sedlec

Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Sedlec

Kirche Mariä Himmelfahrt in Sedlec (Kuttenberg)Ungefähr 10 km vom Dom der Heiligen Barbara entfernt liegt die zweite Kathedrale der Stadt – die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt. Sollten Sie bei Ihrem Aufenthalt die Möglichkeit haben, eine Nachtführung zu besuchen (schon aus diesem Grund ist ein mehrtägiger Aufenthalt empfehlenswert), machen Sie es unbedingt. Hier wird eine Erlebnisführung geboten, die diesen Namen wirklich verdient … (Bei Voranmeldung auch in Deutsch möglich)

1142 wird das Kloster mit der Zustimmung des Herzogs Vladislavs II, des Prager Bischofs Otto und des Olmützer Bischofs Heinrich Zdik vom deutschen Kloster Waldsassen gegründet. Es ist die erste Klostergründung von Zisterzienser in Böhmen. Der Adelige Miroslav aus dem Hause Wartenberg spendet das erforderliche Grundstück, ein Wald und Sumpfgebiet am Fluss Vrchlice. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Tod Přemysl Ottokar II. erlebt das Kloster unter dem Abt Heinrich Heidenreich (1281-1320) seine Blütezeit, die auf die Silberfunde in Kuttenberg zurückzuführen sind, da sich einige Stollen im Klosterbesitz befinden. Anfang des 14. Jahrhunderts gilt es als das reichste Kloster Böhmens, wodurch der Sedletzer Abt auch politischen Einfluss am Hofe der böhmischen Könige Wenzel II. und III. und Johann von Böhmen erhielt.

 

Kirche Mariä Himmelfahrt in Sedlec - Hauptschiff Die Kirche Mariä Himmelfahrt wird zwischen 1280 und 1320 im gotischen Stil als fünfschiffige Basilika durch die Zisterzienser Bauhütte erbaut. Zu dieser Zeit ist es das erste Bauwerk des Kathedralentyps (mit einem Umgang und einem Kranz von Kapellen)  in Böhmen und zugleich auch das größte sakrale Bauwerk auf dem Gebiet von Böhmen und Mähren.

Im April 1421 überfallen die Hussiten unter ihren Hauptmann Jan Žižka das Kloster, brennen es nieder und töten fast alle Mönche. Die Klosterbibliothek und die berühmte Sedlecer Monstranz werden jedoch bereits vorher in das niederösterreichische Stift Klosterneuburg gerettet.
1454 kehren einige Mönche nach Sedlec zurück, müssen sich jedoch dem Skalitzer Konvent anschließen. Beinahe 300 Jahre muss die Klosteranlage auf den Wiederaufbau warten, die im Übergang vom 17. zum 18.Jahrhunderts stattfindet und von Abt Jindřich Snopek eingeleitet wird, der eine großzügige Erneuerung der Kirche Mariä Himmelfahrt sowie der ganzen Anlage veranlasst. Er gilt als „restaurator magnificus“, der Santini trotz seines jugendlichen Alters (26 Jahre) ins Kloster holt.

Kirche Mariä Himmelfahrt in Sedlec1699 bis 1707 wird die Konventkirche durch die Architekten Paul Ignaz Bayer und Johann Blasius Santini-Aichel wiederhergestellt. Santini bewahrt die ursprüngliche Atmosphäre mit dem reizvolle Portal, den schlanken, hohen Fenster ohne buntes Glas, der erhabene Silhouette ohne äußere Stützpfeiler. Sein Stil, die sogenannte Barockgotik, die er vor allem in der Kirche anwendet, ist einzigartig in Europa. Santini schafft es beide Baustile zu einer wunderbaren Einheit zu verbinden, obwohl dieser Auftrag erst seine zweite größere Arbeit darstellt. Aus seiner Hand stammt das Gewölbe des Hauptschiffes, der Eintrittsbaldachin, die Treppe und die „tschechische Platte“, wie das Gewölbe genannt wird, das ohne Gipfel gefertigt ist.

Kuttenberg - Die Kathedrale zu Mariä Himmelfahrt in SedlecDie Kirche hat die Form eines lateinischen Kreuzes, sie ist insgesamt 93 Meter lang, 27 Meter breit und 26 Meter hoch. In der Decke sind Löcher für die Luftzirkulation eingebaut. 106 Fenster sorgen dafür, dass die Kathedrale während des Tages voll von Licht ist. Das westliche Fenster ist 14 Meter hoch. Zweimal pro Jahr – an den Tagen der Tag- und Nachtgleiche – fällt das Sonnenlicht durch das Westfenster und beleuchtet das Presbyterium. Die Sonne wandert von der linken auf die rechte Seite und bestrahlt so den Hauptaltar. Beachtenswert ist auch der Innenraum, zu dessen Schönheit die besten Maler beitragen. Das Fresko „Heilige Dreifaltigkeit“ malt Hans Jakob Steinfels 1717. Die Gemälde sind von Michael Willmann, Johann Christoph Lischka und Peter Johann Brandl. Im Refektorium sieht man die Fresken von Juda Tadeas Supper zum Thema der Vierzehn Nothelfer, die als Schutzpatrone des erneuerten Klosters gelten. Im Transept befindet sich im Transept eine wunderschöne Freskoarbeit an der Decke von Jakob Sevens vom Steinfels: Gott Vater als Schöpfer, der Sohn, und der Heilige Geist als Taube, die uns einlädt in die Heiligkeit Gottes. In der Kirche befinden sich die Reliquien des heiligen Vincent und des Heiligen Felix. Diese Reliquie war ein Geschenk des Papstes an das Kloster zum 600. Geburtstag.

Die Sedlecer MonstranzUnbedingt sehenswert ist auch die Schatzkammer des Klosters: Hier wird die Sedlecer Monstranz, die wahrscheinlich um 1390, nach einem Entwurf der Prager Bauhütte von Peter Parler entstanden ist, aufbewahrt und als größter Schatz des Klosters, wie auch ganz Tschechiens gilt. Sie besteht aus vergoldetem Silber, ist mehr als vier Kilogramm schwer, mehr als 90 cm hoch und gilt als eine der ältesten. Ihre Schönheit war bereits im Mittelalter berühmt. Erst 2012 kam die Monstranz wieder nach Seldec zurück.

Zwei weitere Exponate befinden sich in der Schatzkammer. Obwohl beide Kopien sind, gelten sie als sehr wertvoll: auf der rechten Seite befindet sich eine Kopie der sogenannten Grundliste – das Grundbuch, in dem vermerkt ist, welche Güter und Dörfer zum Zisterzienserstift gehören und auf der anderen Seite ein Gemälde auf Holz aus der Zeit der Regierung des Karl IV. Einzig allein die Akustik der Kirche ist ein Problem. Ja, man kann sie sogar als schlecht bezeichnet. Dies ist auch der Grund, warum die Orgel in einem Seitenschiff und nicht gegenüber dem Hauptaltar untergebracht ist. Trotzdem ist es kein Problem, hier eines der vielen Konzerte zu besuchen, da akustische Verbesserungen durchgeführt wurden.

Kirche Mariä Himmelfahrt in SedlecDie Blütezeit des Klosters dauerte allerdings nur 100 Jahre: 1784 wurde die Abtei zusammen mit anderen Klöstern durch Kaiser Joseph II. aufgehoben. Wohnungen, ein Spital und ein Lager entstanden auf dem Kloster, die Kirche wurde entweiht und zeitweise als Mehllager genutzt. 1812 wurde hier eine Tabakfabrik untergebracht.

1854-1857 erfolgt eine weitere Renovierung, 1995 wird sie in die Liste des UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Während der Führung erzählen die Führer (als Mönch und Nonne verkleidet) in unterhaltsamer Weise die Geschichte des Ortes, des Klosters und der Kirche. Ein hervorragend gestalteter Videofilm sorgt dafür, dass auch die kleinen Besucher mit Spaß der Geschichte folgen. Wunderbare gregorianische Gesänge und hervorragendes Orgelspiel sind Höhepunkte der Nachtführung bei der die vielen kleinen Teelichter für eine wunderbare Atmosphäre in der Kathedrale sorgen.

Kirche Mariä Himmelfahrt in SedlecLassen Sie sich dieses Erlebnis keinesfalls entgehen. Für eine Führung in deutscher Sprache bitte anmelden.



Kathedrale Mariä Himmelfahrt
Vitězná Straße
Tel: +420 327 561 143 (Pfarrei)
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Website: www.sedlec.info

oder

Dagmar Holá
Tel: +420 326 551 049
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Beinhaus und Pestsäule

Friedhofskirche der Allerheiligen mit Beinhaus

Die Friedhofskirche und das Beinhaus in SedlecEine Legende besagt, dass Abt Heinrich vom Zisterzienserkloster 1278 mit einer Botschaft des Königs Přemysl Otakars II. nach Jerusalem geschickt wurde. Er brachte eine Handvoll Erde vom Berg Golgotha mit und zerstreute sie auf dem Friedhof, damit wurde er zu einem Stück Heiligen Landes. Viele Menschen aus der Umgebung, aber auch der umliegenden Länder, aus Polen, Bayern oder Belgien wollten daher hier begraben werden. Der Friedhof wuchs ständig weiter, im Mittelalter hatte er sogar eine Ausdehnung von 3,5 Hektar zu dieser Zeit hatte Kuttenberg 70.000 Einwohner.

Eine Pestepidemie forderte Anfang des 14. Jahrhunderts an die 30.000 Tote und auch die Gefallenen der nahen Kämpfe während der Hussitenkriege wurden hier bestattet.

Das Beinhaus in SedlecIm frühen 15. Jahrhundert wurde im Zentrum des Friedhofs ein zweigeschossiges Kirchengebäude im gotischen Stil errichtet, bereits während des Baus wurden Überreste der Toten exhumiert und im Untergeschoss des Kirchengebäudes eingelagert. Da der Friedhof verkleinert werden sollte, wurde die Exhumierung der Toten auch nach dem Bau der Kirche fortgesetzt.

Das Beinhaus entstand aus einer Kapelle des weitläufigen Klosterfriedhofs. Es befindet sich im unterirdischen Teil der Friedhofskirche aus dem 14. Jahrhundert. Das heutige Aussehen erhielt die Friedhofskirche durch einen Umbau am Beginn des 18. Jahrhunderts nach den Plänen von Jan Blažej Santini-Aichel. Er baute auch den Vorraum, mit dem er hoffte, die Probleme der Statik verbessern zu können, da die ursprünglichen Fundamente nicht tief genug gesetzt wurden. Auch schuf er bereits die Pläne für die Innendekoration des Beinhauses aus Knochen, die er allerdings nicht verwirklichte.

Beinhaus in SedlecNach den Hussitenkriegen wurde ein Teil des Friedhofs aufgehoben und die Knochen der exhumierten Leichen wurden in der unteren Kapelle aufbewahrt. 1511 begann ein halbblinder Mönch die Knochen in sechs Pyramiden aufzuschichten.

1784 wurde das Kloster durch Joseph II. aufgelöst und das Fürstengeschlecht der Schwarzenberg erwarb alle Grundstücke und Bauten. Ihr Baumeister, František Rint, schuf 1870 die unterirdische Kapelle mit ihrer einzigartigen Ausstattung. Alle Knochen wurden zur Desinfektion in Bleichkalk getunkt und gebleicht. Rint hob zwei der ursprünglichen sechs Pyramiden auf und vergrub den Rest der Knochen in einem gemeinsamen Grab. Aus den Schädel und Knochen von etwa 10.000 Menschen schuf er die einzigartige Innenausstattung: ein achtarmiger Kronleuchter, der nahezu sämtliche Knochensorten des menschlichen Körpers enthält, Kelche, Monstranz und das Schwarzenberger Wappen. Unterhalb des Lüsters befinden sich vier Fialen, die mit jeweils 22 Schädeln bestückt sind. Das Gewölbe ist mit Schädel und Oberarmknochen dekoriert. Die meisten Gebeine sind jedoch in den Nebenräumen konisch angehäuft, insgesamt vier gigantische Knochenberge sind in den Seitenschiffen des Souterrains untergebracht. An einigen Schädeln in der Nähe der Nebenaltäre sind noch die Spuren der Verletzungen der Gefechte aus den Hussitenkriegen zu erkennen.

Beinhaus in SedlecDie Anordnung erinnert über die Jahrhunderte an den Tod und die Werte der Ewigkeit. Und doch wird hier kaum Ruhe und Frieden geboten, Touristen strömen ein und aus. Ein Innehalten oder Nachdenken findet nicht statt. Doch der Touristenstrom hat auch seinen guten Teil: Die Eintrittsgelder werden die bald notwendige, äußerst aufwendige und teure Renovierung mit finanzieren.

Friedhofskirche Allerheiligen mit Beinhaus
Kutná Hora, Stadtteil Sedlec, Zámecká 127
Tel: +420 327 561 143 (Pfarrei)
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Website: www.kostnice.cz (Englisch, Tschechisch)

Die Pestsäule

Die PestsäuleAuf dem Weg von der Kathedrale Mariä Himmelfahrt zum Friedhof kommt man auch bei der Pestsäule vorbei, deren Bau nach der letzten Pestepidemie 1713 von der Stadt in Auftrag gegeben wurde. František Baugut fertigte die 16 Meter hohe Statue an. Die Summe der Ziffern im Chronogramm 6146 gibt wahrscheinlich die Gesamtopferzahl der Pest in der Stadt und in der Umgebung an. Der Text des Chronogramms lautet in der Übersetzung: „Mutter Gottes, unbefleckt empfangene Jungfrau, baute das fromme und beklommene Kuttenberg, als es durch die Gnade Mariens von der Pestseuche befreit war.“

Pestsäule
Kutná Hora, Stadtteil Sedlec, Šultysova Straße

Kapelle, Kirchen in Kutná Hora

Fronleichnamskapelle

Die Fronleichnamskapelle wurde um 1380 in unmittelbarer Nähe der Barbarakirche gebaut. Ursprünglich sollte die Kapelle als zweistöckiger Bau ausgeführt werden, allerdings wurde nur die untere Etage vollendet, die für ein Beinhaus bestimmt war. Die obere Kapelle wurde aus unbekannten Gründen nicht vollendet, der untere Raum blieb in intakter Form bis heute erhalten.

Im Jahr 2000 wurde die Rekonstruktion beendet, nachdem die Kapelle bereits auf der Liste der 100 am meisten bedrohten Denkmäler geführt wurde. Auf der Fronleichnamskapelle befindet sich ein Aussichtplateau, das eine schöne Aussicht in die Umgebung bietet.

Fronleichnamskapelle
Kutná Hora, Barborská 52
Tel: +420 327 515 796-7
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Website: www.guide.kh.cz (Deutsch, Englisch, Polnisch, Russisch, Tschechisch)

Die Jakobskirche

Die Jakobskirche von Kutná HoraMit dem Bau der heutigen Jakobskirche wurde bereits 1330 begonnen und sie gilt als die erste steinerne Kirche auf dem Gebiet von Kutná Hora. Sie wird auch die „hohe Kirche“ genannt, da ihr Turm 85 Meter in die Höhe ragt. Ursprünglich war sie der Jungfrau Maria, dann dem Heiligen Jakob, dem Schutzpatron der Bergleute, geweiht. Durch die Nähe der Bergstollen, die die Gebäudestatik bedrohen konnte, wurde sicherheitshalber auf den Bau eines zweiten Turms verzichtet. Da die Kirche in unmittelbarer Nähe des Welschen Hofes und anderer älteren Bauwerke lag, musste aus Platzgründen auf die Anlage eines Friedhofes rund um die Kirche verzichtet werden.

Sehenswert sind die gotischen Chorbänke aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von Jiřík Lorecký aus Elkuš, außerdem das Bild „Allerheiligste Dreifaltigkeit“ von Peter Brandl aus 1734, das Bild „Enthauptung des Heiligen Jakobus“ aus 1752 und eine Predella mit einer Szene des Letzten Abendmahls aus dem Altarkasten, die der Werkstatt des Meisters Hanuš Elfeldar (bis 1515) zugerechnet wird.

Kirche des Heiligen Jakobus
Kutná Hora, Jakubská 1
Tel: +420 327 512 115 (Pfarrei)
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Website: www.khfarnost.cz (Englisch, Tschechisch)

Kirche Mutter Gottes Na Náměti

Kirche Mutter Gottes Na NámětiSie ist neben der Jakobskirche eine der ältesten Kirche von Kutná Hora, gebaut im Jahre 1357. Nach einer Legende war an ihrer Stelle früher ein Markt, auf dem mit dem Erz des Bergwerks gehandelt wurde. Erzstücke, die auf den Boden fielen, wurden nicht aufgehoben, sondern zusammengekehrt und mit dem Erlös davon die Kirche gebaut. Daher stammt auch der Name der Kirche „Auf der Aufkehre“.

Nach einem Brand 1470 wurde die Kirche umgebaut und erhielt so ihre heutige Gestalt, die von Architekten Matěj Rejsek und Benedikt Rejt maßgeblich beeinflusst wurde.  Bis ins Jahr 1881 wurde sie als Friedhofskirche benutzt. Der bedeutende tschechische Maler des Barocks Petr Brandl wurde 1735 im Hauptschiff in der Mitte des Triumphbogens begraben.

Kirche der Mutter Gottes „Na Náměti“
Kutná Hora, Na Náměti Straße
Tel: +420 327 512 115 (Pfarrei)
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Website: www.khfarnost.cz (Englisch, Tschechisch)

Die Kirche des Heiligen Johannes von Nepomuk

Die Kirche des Heiligen Johannes von Nepomuk1729 beschloss der Stadtrat von Kutná Hora den Bau der Kirche zu den Feierlichkeiten der Heiligsprechung des Heiligen Johannes von Nepomuk. Die Feiern um den Heiligen Nepomuk wurden vor allem von den Jesuiten unterstützt, in dessen Auftrag der berühmte Architekt František Maximilián Kaňka stand und die Planung für die Kirche übernahm, die zu den repräsentativsten Bauten der tschechischen Hochbarock-Architektur gehört. Die Ausführung wurde dann allerdings von hiesigen Baumeistern übernommen, bei kniffligen Arbeiten soll Kilian Ignaz Dientzenhofer ausgeholfen haben, der gerade in der Stadt weilte und den Bau des Ursulinenklosters beaufsichtigte.

Sehenswert ist das Innere der Kirche: die Fresken im Gewölbe erzählen die Legende von Johannes von Nepomuk, die weitere Dekoration widmet sich der Verherrlichung der böhmischen Landespatrone. In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde bei einer umfangreichen Restaurierung nicht nur der Barockinnenraum wieder hergestellt, sondern auch das kirchliche Mobilar.

In den Monaten Mai und Juni bietet sich in der Kirche ein besonderes Schauspiel. Das Sonnenlicht dringt durch die rote Bleiverglasung und beleuchtet das Bild des Heiligen Nepomuk. Durch die rote Farbe entsteht der Eindruck, als ob der Heilige bluten würde. Dieses einzigartige Phänomen kann man am besten um die Tage seines Namenstages beobachten (16. Mai)

Kirche des Heiligen Johannes von Nepomuk
Kutná Hora, Husova Straße
Tel: +420 327 515 796-7
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Website: www.guide.kh.cz

Jesuitenkolleg, Ursulinenkloster

Das Jesuitenkolleg

Das Jesuitenkloster in Kutná Hora1626 kommen die Jesuiten nach Kutná Hora um bei der Rekatholisierung der Stadt mitzuhelfen. 1661 gründen Sie Ihre Krypta in der St. Barbara Kathedrale und 1633 gibt Kaiser Ferdinand II. den Anstoß zur Gründung des Kollegs. Die Pläne stammen vom berühmten Architekten Domenico Orsi de Orsini, bereits 1667 erfolgt die Grundsteinlegung, nachdem 1666 in Vorbereitung des Baus die gotischen Häuser an dieser Stelle weitgehend zerstört wurden. Der zweistöckige Barockbau wählte mit Absicht die Nachbarschaft zur Barbara-Kathedrale, einer der bedeutendsten Kirchen von Kutná Hora, die bereits damals unter der Verwaltung der Jesuiten stand. Teilweise erhaltene Baupläne zeigen, dass ursprünglich ein E-förmiger Grundriss anstelle des aktuellen F-förmigen geplant war. 1671 ist der Bau bis zur zweiten Etage abgeschlossen und 1678 ziehen die ersten Mitglieder des Jesuitenordens in das Kollegium ein, das allerdings noch mehr als 50 Jahre bis zu seiner Fertigstellung braucht. Nachdem Domenico Orsi de Orsini 1679 stirbt übernimmt Carlo Lurago den Weiterbau.

Das JesuitenklosterVon 1709 bis 1718 entstehen auf der künstlich aufgeschütteten Terrasse vor dem Kolleg zwölf Skulpturen aus Sandstein, darunter der Heilige Ignatius von Loyola, Heilige Franz Xaver und der Tschechische Schutzpatron, der Heilige Wenzel, von František Baugut. Sie, wie die ganze Terrasse, erinnern an den Königlichen Weg und die Karlsbrücke in Prag, die dort die Verbindung zwischen dem Clementinum (den Prager Sitz des Jesuitenordens) mit der Prager Burg und ihrer Kathedrale darstellt.

In den 1730er Jahren wurde auch ein überdachter Verbindungsgang vom Kollegium zur St. Barbara Kathedrale geschaffen, der jedoch Ende des 19. Jahrhunderts entfernt wurde.

1773 wird der Jesuitenorden aufgehoben, das Kolleg dient nun dem Militär und wird zu einer Kaserne umgebaut. 1778 wird im Nordflügel ein Krankenhaus installiert, weitere Umbauten aufgrund statischer Mängel müssen durchgeführt werden.

Jesuitenkloster Kuttenberg1935 werden noch Stallungen für 61 Pferde gebaut, das Gebäude wird später in ein Parkhaus umgewandelt.

1998 wird das Kolleg schließlich dem Tschechischen Museum der Bildenden Künste übergeben und 2010 erfolgt die Eröffnung der Kunstgalerie der Region Mittelböhmen (GASK), die auf die bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts spezialisiert ist.

Heute gibt es viele Veranstaltungen in den Räumlichkeiten, wechselnde Ausstellungen beschäftigen sich auch mit Kunst aus älteren Epochen, Künstler-Workshops stehen am Programm und durch viele Kinder-Workshops werden die jungen Besucher in Kunsterfahrungen spielerisch eingebunden.

JesuitenklosterIn der Dauerausstellung können Sie mehr über die Entwicklung der Tschechischen Kunst im 20. Jahrhundert erfahren. Die Ausstellungsgegenstände sind teilweise mit QR-Codes ausgestattet, die in Englisch und Tschechisch mehr über die Kunstwerke verraten. Die Ausstellung ist einen Besuch wert – lassen Sie sich sowohl vom Gebäude als auch den Kunstwerken überraschen.

Jesuitenkolleg
Kutná Hora, Barborská 53
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Website: www.gask.cz (Englisch, Tschechisch)

Das Ursulinenkloster

Das UrsulinenklosterMitte des 18. Jahrhunderts wurde der Bau des Klosters nach Plänen des Barockmeisters Kilian Ignaz Dientzenhofer in Angriff genommen. Ursprünglich war ein quadratischer Grundriss vorgesehen in dessen Diagonalachse eine Kirche mit Kuppel mit einem Querschnitt von 19 Meter errichtet werden sollte.  Leider konnte dieses Projekt aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden, und so wurden vom ursprünglichen Plan nur zwei Flügel des Klostergebäudes gebaut. Anstelle der monumentalen Kirche wurde im südöstlichen Flügel  nur eine Kapelle geschaffen. 1950 wurden die Ordensschwestern der Heiligen Ursula, die sich in erster Linie um die Erziehung der Mädchen gekümmert haben, vertrieben, erst 1898 bekam der Orden das Gebäude wieder zurück.

In einem Teil des Klosters ist nun das Familienunternehmen Vinné sklepy untergebracht, das an die große Weinbautradition in Kutná Hora anschließt. Schließlich wurde der Weinanbau bereits im Jahr 1101 erwähnt und König Vladislav II. von Jagiello nahm großen Einfluss auf die Weinkultur, indem er 1497 sogar eine „neue Weinordnung auf den Kuttenbergen“ herausgab.

Die Weinhandlung im Ursulinenkloster1977 begann man mit der Erneuerung der Weingüter in Kutná Hora auf dem Weinberg „Pod Sukovem“ auf dessen steinig-sandigen Boden der Rote Traminer und der St. Laurent besonders gut gedeihen.  Seit 2009 ist das Weingut mit dem Bio-Siegel zertifiziert und inzwischen werden auf 52 Hektar in der Umgebung von Kuttenberg exzellente Weine angebaut und gekellert.

Neben Weinverkostungen bietet das Weingut auch die Besichtigung ihrer Weinkeller, des Ursulinenklosters, aber auch Weinwanderungen durch die Weinberge oder Stadtbesichtigungen an.

Kuttenberg - Weinkellerei im UrsulinenklosterEine Weinverkostung können wir wärmstens empfehlen. Wir haben den Hibernal Panenské 2012 probiert, einen trockenen, sehr fruchtigen Weißwein, der mich sehr begeistert hat. Interessant das Bouquet des Cuveé „B“ – einer speziellen Sorte des Weinbergs bei der Kathedrale der Heiligen Barbara – die auch jedes Jahr am Tschechischen Salon des Weines teilnimmt und auch in unserer Gruppe einige Liebhaber gefunden hat. Ebenso wie der Rulandské Modré 2011, ein Pinot Noir, dessen Aromen Waldfrüchte, Kaffee, Mandeln beinhalten und der in Barique gelagert wird. Sollten Sie jedoch einen passenden Wein zu „schweren“ Käsesorten wie Roquefort oder Camenbert suchen, probieren Sie unbedingt den Svatovavřinecké. Die Sympathie unserer Gruppe verteilte sich über die verkosteten Sorten ziemlich gleichmäßig, was darauf schließen lässt, dass wirklich für jeden Kunden sein Lieblingswein im Angebot zu finden ist. Nur schnell sollten Sie sein: es gibt keine älteren Sorten als 2011, da die Produktionen immer komplett ausverkauft waren.

Wer allein unterwegs sein möchte – entweder zu Fuß oder per Fahrrad, kann vom Marktplatz aus eine 6 km lange Tour starten, die die historische Altstadt von Kutná Hora mit den Weinbergen (dem Pod Sukovem) verbindet. Die freundlichen Mitarbeiter von Vinná sklepy helfen Ihnen auch hier sicher gerne weiter …

Vinné sklepy Kutná Hora s.r.o.
Klášter sv. Voršily
Jiřího z Poděbrad 288
284 01 Kutná Hora
Tel: +420 736 536 489
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Website: www.vinokutnahora.cz

Brunnen, Hrádek, Silbermuseum, Bergwerk

Der Steinerne Brunnen

Kutná Hora - Der Steinerne BrunnenKuttenberg war zu früheren Zeiten eine richtige Großstadt und brauchte daher auch eine anständige Versorgung mit Trinkwasser. Der bis heute erhaltene spätgotische Brunnen in der Altstadt wurde um das Jahr 1495 gebaut und war Bestandteil der Kuttenberger Wasserleitung. Die Steindekorationen des ursprünglich überdachten Brunnens tragen Merkmale der Bauhütte von Matěj Rejsek. Eigentlich war er kein richtiger Brunnen, sondern ein Wasserspeicher, der die anderen Brunnen der Stadt versorgte und selbst mittels eines hölzernen Rohrs, später mit einer tönernen Leitung von der Quelle des Heiligen Vojtěch bei Bylany versorgt wurde. Außer der allgemeinen Versorgung der Stadt gab es noch zwei „Privatleitungen“, die vom Brunnen wegführten: eine nach Hrádek – zum Sitz der reichen Smišeks und eine zweite Leitung, die den Welschen Hof versorgte. Diese nannte man angeblich „Das Tröpfchen Wasser für den König“.

Hrádek – Das böhmische Silbermuseum und das Bergwerk

Kuttenberg - HrádekDer Hrádek ist der Ausgangspunkt in die Blütezeit von Kutná Hora. Bei genauer Betrachtung und nach einem Besuch im Bergwerk sind jedoch alle wieder froh an der Oberfläche und im 21. Jahrhundert gelandet zu sein.

Das Gebäude in dem nun das böhmische Silbermuseum untergebracht ist, wird erstmals im Jahr 1490 erwähnt. 1490 erwirbt der Bergbauunternehmer und königliche Beamte des Königs Wenzel II.  Jan Smišek die ursprünglich geschlossene Burg und baut sie zu einem Patriziersitz im Stil der Gotik und Renaissance um. Smišek brauchte dieses prunkvolle Gebäude um seinem Wunsch nach einem Wappen und der Ritterwürde Nachdruck verleihen zu können. Bis heute bleiben zwei wertvoll bemalte Renaissancedecken, Säle mit spätgotischen Rippengewölbe sowie ungewöhnlich verzierte Innenräume ebenso erhalten wie die ursprüngliche Wandmalerei aus der Zeit vor 1504 in der Wenzelskapelle.
Spätere Besitzer veränderten das Aussehen immer wieder ein wenig und gestalteten die Räume um, wie auch die Jesuiten, die das Schloss kauften und eine Schule sowie ein Priesterseminar hier installierten.

Kutná Hora - BergwerkmuseumHeute ist es die Heimat des böhmischen Silbermuseums und wenige Schritte vom Eingang in das „Silberbergwerk entfernt. Hier erfahren Sie alles, was mit dem Silberabbau, der Prägung der Prager Groschen, aber auch dem täglichen Leben der Bergleute in der Blütezeit von Kutná Hora zu tun hat und besonders Mutige begeben sich hinunter in den Stollen, um einen Eindruck der Arbeitsbedingungen der Bergleute am eignen Leib zu erfahren.

Die Ausstellung in den Räumen des Hrádek widmet sich der Geologie der Umgebung von Kutná Hora ebenso wie prähistorischen und frühmittelalterlichen archäologischen Funden. Sie zeigt die Geschichte des schnellen Wachstums der Stadt, nachdem die ersten Silberfunde publik wurden und ihre Entwicklung zu einer imposanten königlichen Bergbaustadt.

Kutná Hora - Mit einer Führerin im BergwerkIm Keller des Hrádek, wartet ein Modell des Bergwerks auf den Besucher. Hier kann man zum Testen „Bergwerksluft“ schnuppern und überlegen, ob man sich wirklich in die Tiefe hinunter traut. Personen, die an Platzangst, Herzbeschwerden oder Atemwegserkrankungen sowie Schwangeren und Personen mit eingeschränkter Mobilität können die Mine nicht besuchen, Kinder in Begleitung ihrer Eltern dürfen die Führung ab 7 Jahren mitmachen, Schulgruppen ab 10 Jahren. Hunde sind nicht erlaubt.

Die Mine wurde erst 1967 bei hydrogeologischen Untersuchungen in der Stadt entdeckt: in einer Tiefe von ungefähr 22 Meter fand man einen alten Stollen, den man zuerst für einen Teil der größten und berühmtesten Mine bis in das 16. Jahrhundert hielt  – der Eselsmine, später erkannte man aber, dass man nur den Stollen des Heiligen Georgs aus dem 14. Jahrhundert entdeckt hatte. 250 Meter des Stollens sind nun für Besucher geöffnet – die niedrigste Stelle ist 1.20 Meter hoch, die engste Stelle nur 40 cm breit  - allerdings aber fast drei Meter hoch.

Kutná Hora - Eingang ins BergwerkmuseumVor dem Abstieg in die Tiefe kann man noch eine Fördermaschine, die allerdings nicht aus Kutná Hora, sondern aus Jachýmov stammt, sowie die verschiedenen Werkzeuge, wie Hammer, Grubenlampe und Lederschurz der Bergleute besichtigen, und lernt das „Geschäft“ der Silberherstellung wie auch die Lebensumstände der Bergmänner kennen. Bergleute in Kutná Hora verdienten gut, aber die Versuchungen im „Monaco des Mittelalters“ waren ebenso groß und führten zu dem Spruch: „Die Kuttenberger Bergleute hatten Arbeit bis Samstag, aber Geld nur bis Sonntag.“

Dann beginnt es Ernst zu werden: die Einkleidung in das weiße Bergbaugewand „perkytle“ , die Ausgabe der Grubenlampen erfolgt und es beginnt der Abstieg. Laut Legende sollte man dabei keines falls vergessen die Zwerge, die im Bergwerk hausen mit einem lauten „Zdař Bůh“ – Grüß Gott – zu begrüßen und sie so gnädig zu stimmen. Niemand möchte schließlich während der Führung Steine auf seinen Kopf oder andere Unannehmlichkeiten bekommen.

Kutná Hora - Im Stollen des BergwerksNun geht es 35 Meter in die Tiefe und dann ist man erst im ersten Stockwerk des Bergwerks angekommen. Darunter werden nochmals 10 bis 12 Stockwerke vermutet. Allerdings konnte man nur noch eine Etage weiter nach unten vordringen, dann wurden die Stollen zu schmal und außerdem sind sie mit Grundwasser gefüllt. Trotzdem gibt es eine Stelle während der Führung in der Nähe der St. Barbara Kirche, an der man noch acht Meter in die Tiefe blicken kann.

Ein bisschen gruselig wird es schon, wenn alle Lampen ausgeschaltet werden und nur das kleine Grubenlicht der Führerin den Stollen erleuchtet. Unglaublich, dass Menschen unter diesen Bedingungen arbeiten konnten, unglaublich, dass sie teilweise am Klang der Hämmer oder am Geruch erkannten wo eine Silberader sich befand. Ich für meinen Teil war schon sehr froh wieder das Tageslicht zu erblicken.
Kuttenberg - BergwerkmuseumAnschließend – im Garten des Hrádek erfährt man dann alles über das tägliche Leben zur damaligen Zeit: Im Blockhaus sieht man eine Bergmann-Familie – auch Frau und Kinder halfen mit  - und erfährt alles über die Verarbeitung des Silbererzes und die Münzprägung.

Böhmisches Silbermuseum - Hrádek
Kutná Hora, Barborská 28
Tel: +420 327 512 159
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Website: www.cms-kh.cz

Welscher Hof

Welscher Hof

Kutná Hora - Der Welscher HofDer Welscher Hof war ursprünglich eine Stadtburg, die Ende des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Das Bauwerk war auch ein wichtiger Bestandteil der Stadtbefestigung: Gräben, die bis heute im unteren Teil in Form der Kellerräume erhalten geblieben sind, trennte es von der Stadt. Der Wassergraben erfüllte nicht nur eine Abwehrfunktion von Feinden, sondern schützte auch vor Feuer, das dadurch nicht auf das Bauwerk übergreifen konnte.  

Kutná Hora - Welscher HofMit den Silberfunden wurde die Burg im Laufe des 14. Jahrhunderts nach dem Erlass des Berggesetzbuches allmählich zur Münze umgebaut und es entstand hier ein Zentrum der wirtschaftlichen Macht für ganz Böhmen. Die ersten Umbauarbeiten – durchgeführt von der Parler-Bauhütte - fanden unter der Regierung von König Wenzel II. statt, der auch oft für längere Zeit Kutná Hora besuchte. Durch seine Münzprägereform wurden alle bis dahin entstandenen Münzprägen hier in Kutná Hora vereint und die Prägung des Prager Groschens einzig und allein hier in Kuttenberg gestattet. Im Erdgeschoss entstand die gewölbte Münzkasse, darüber die königliche Kapelle mit dem reich geschmückten Erker und am Südflügel des Innenhofes wurden die Münzwerkstätten (die šmitny – Schmieden) untergebracht, die um die vier Meter hoch sind. Sie erhielten Licht durch die oberen Fenster, die gleichzeitig auch Qualm und Staub aus den Räumen entließen.

Kutná Hora - Welscher HofIm Welschen Hof fanden auch wichtige politische Ereignisse statt, wie die Wahl des polnischen Prinzen Vladislav II. von Jagiello zum böhmischen König 1471 oder das Treffen von Wenzel IV. mit seinem Bruder Sigismund oder der Beschluss des Kuttenberger Dekrets. Unter  Vladislav entstanden auch die bis heute bedeutenden Arkaden und über dem Eingang in die damalige Schatzkammer kann man auch heute noch das „W“ – seine Initialen – bewundern mit der Aufschrift „Noli me tangere“ – Berühre mich nicht. Im 18. Jahrhundert – mit dem Rückgang des Silbervorkommens – wurde die königliche Münze und damit auch das Amt des obersten Münzmeisters 1727 aufgelöst.

 

 

Kuttenberg - Welscher Hof, KapelleDanach wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt: als Krankenhaus in den Napoleonischen Kriegen oder als Schule. Nach einem großen Brand wurde die Stadtverwaltung von Kutná Hora in den Welschen Hof verlegt, er wurde zum Rathaus. Heute ist das Museum für Münzwesen in einem Teil des Gebäudes untergebracht. Während einer Führung kann man nicht nur Münzen aus den wichtigsten Abschnitten von Kuttenberg betrachten, sondern auch das Prägen der Münzen erleben und selbst ausprobieren. Aber Achtung! Der Hammer ist schwer (zwischen 3 und 5 kg) und nach dem ersten Selbstversuch kann man erst die Leistung der damaligen Prägemeister so richtig einschätzen, die immerhin an die 300 Münzen pro Tag hergestellt haben. Die Prägemeister galten als die besten Ehemänner: sie waren kräftig, reich (die Arbeit war gut bezahlt) und schwerhörig.  Immerhin saßen bis zu 15 Präger in einem Raum und man kann sich den Lärm, den sie den ganzen Tag ausgesetzt waren, gut vorstellen.

Kuttenberg - Welscher Hof: KapelleEin gut gestalteter Videofilm zeigt nicht nur das Aussehen des Welschen Hofes in den verschiedenen Zeitabschnitten, sondern auch die Herstellung der Münzen und die Förderung des Silbers, den damaligen Silbermarkt, einfach den ganzen Weg vom Erz aus dem Berg bis zur fertigen Münze.

Sehenswert sind heute noch die Fresken, die 1904 durch Frantisek und Marie Urban im Jugendstil  ausgestaltet wurden, ohne dass die ursprüngliche gotische Raumform verloren ging und die Altäre in der Königskapelle. Sowie die Statue des Schmerzhaften Christus aus 1511, der – einzigartig – auch als „Safe“ für wichtige Unterlagen oder Schätze benutzt werden konnte. Die Legende besagt dass diese Statue bei einem Brand des Rathauses in der Mitte des Feuers stand und wie durch ein Wunder unversehrt blieb. Wunderbar auch der Audienzsaal mit dem Gemälde der Königswahl Vladislav II. und der Decke, den Fenstern aus dem 19. Jahrhundert und die Wappen der Münzmeister, die meistens aus adeligen Familien kamen.

Kuttenberg - Christus-Statue in der KapelleWeiters ist hier auch noch das Muzeum Odhalení tajemné tváře – das „Museum der Enthüllung des geheimnisvollen Antlitzes von Kutná Hora“ – untergebracht und damit einiges über die Verbrecher, hexen, Zauberer, Ketzer und Brandstifter wie Richter und Henker erfahren. Die Ausstellung zeigt aber auch die Stadt aus einem anderen Blickwinkel und bringt versteckte Ecken der Altstadt näher.

Welscher Hof
Kutná Hora, Havlíčkovo nám. 552
Tel: +420 327 512 873
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Website: www.guide.kh.cz (Deutsch, Englisch, Polnisch, Russisch, Tschechisch)

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