Kőszeg

Die kleine Stadt an der heutigen österreichischen Grenze ist die einzige königliche Freistadt des Burgkomitats Vas (Eisenburg) und hat in der Vergangenheit viel zum Schutz von Wien beigetragen. Heute ist sie eine Perle in Westungarn, mit sehenswertem Hauptplatz und seinen wunderschönen Häusern und der natürlich der standhaften Burg. Die Nähe zum Naturpark Irottkö-Geschriebenstein und die lange Tradition des Weinanbaus in der Gegend sind zwei weitere Argumente für einen Besuch.

Geschichte

KőszegKőszeg verdankt ihre Gründung dem Familienzweig der Volfer aus dem Geschlecht von Héder, die sich 1157 in Ungarn niederlassen. Des Weiteren ist bekannt, dass vor 1274 Heinrich II. und sein Sohn Iwan von Nèmetùjvár (Güssing) aus der Familie Kőszegi ihren Hof nach Kőszeg verlegen, die Stadt bleibt jahrzehntelang in ihrem Besitz; erst 1327 übernimmt Karl von Anjou die Mach und erhebt die Stadt ein Jahr später in den Rang einer königlichen Stadt. Zwischen 1347 und 1381 wurden auch die Stadtmauern gebaut und die Stadtgrenzen befestigt. 1392 übernahm Palatin Nikoloaus Garai die Herrschaft über die Stadt, die Epoche der Garais ging erst 1441 zu Ende.

Die größte Bedeutung erlangte Kőszeg jedoch während der Türkenkriege des 16. Jahrhunderts als die Stadt einer der bedeutendsten Schauplätze 1532 wurde. Drei Jahre nach der Ersten Wiener Türkenbelagerung und nachdem Friedensverhandlungen gescheitert waren, verließ am 25. April 1532 das türkische Heer unter Sultan Süleymann I., dem Prächtigen, erneut Konstantinopel um Wien zu erobern. Mit mehr als 100.000 Mann zog Großwesir Ibrahim durch den Südwesten Ungarns und ließ eine Schneise der Verwüstung hinter sich. Am 5. August erreichten sie die Burg Kőszeg und begannen mit der Belagerung. 25 Tage und 19 Sturmangriffe der Osmanen mussten von der Bevölkerung in der Burg unter der Leitung von Stadt- und Burgkapitän Miklós Jurisics überstanden werden, ehe die Türken aufgaben. Dazu kam noch, dass die Soldaten und Bauern nur schlecht ausgerüstet waren und sich nur notdürftig auf die Belagerung vorbereitet hatten. Gegen Ende des Kampfes entschloss sich Jurisics sogar Frauen in der Verteidigung einzusetzen.

KőszegDurch einen Aufstand der Janitscharen beendete der Sultan schließlich am 30. August 1532 die Belagerung der Stadt. Da sich in der Zwischenzeit bereits ein großes Heer im Raum Wien zur Verteidigung gegen die Türken gebildet hatte, wurde der Feldzug von den Osmanen wegen der geringen Erfolgschancen nicht weiter fortgesetzt. Kőszeg hatte Wien gerettet. Laut einer Überlieferung verließen die letzten türkischen Belagerer die Stadtgrenze um 11.00 Uhr –

Mit dem Läuten der Kirchenglocken bereits um 11.00 Uhr wird – von Kaiserin Maria Theresia genehmigt – seit 1777 diesem Ereignis gedacht.
1695 gelangen die Burg und das Gebiet von Kőszeg in den Besitz der Herzogsfamilie Esterházy, die die Herrschaft bis 1931 besitzen. Einmal noch zeigt sich die Bedeutung der Stadt im Rákóczi Freiheitskampf von 1703 – 1711: so war Kőszeg neben Szombathely eine der wichtigsten Festungen der Kuruzzen bei der Befreiung und Erhaltung der westlich der Raab gelegenen Landschaftsgebiete - danach geht ihre strategische Bedeutung verloren und im 18. Jahrhundert erlebt die Stadt ihre längste friedliche Epoche. Es wird sogar versucht, durch Anwerbung von Kolonisten und durch Gründung von Kőszegfalva (Schwabendorf) die Bevölkerungsverluste wieder zu ersetzen.

Durch Ihre Lage als Grenzstadt – nahe dem früheren Eisernen Vorhang – werden kaum große Änderungen und Neuerungen im Stadtbild durchgeführt. Damit bleibt die einzigartige Innenstadt mit ihrem Hauptplatz nahezu unverändert erhalten und wurde sogar 1978 mit dem ungarischen Architekturpreis ausgezeichnet.

Die kleine Stadt an der heutigen österreichischen Grenze ist die einzige königliche Freistadt des Burgkomitats Vas (Eisenburg) und hat in der Vergangenheit viel zum Schutz von Wien beigetragen. Heute ist sie eine Perle in Westungarn, mit sehenswertem Hauptplatz und seinen wunderschönen Häusern und der natürlich der standhaften Burg. Die Nähe zum Naturpark Irottkö-Geschriebenstein und die lange Tradition des Weinanbaus in der Gegend sind zwei weitere Argumente für einen Besuch.

Geschichte

KőszegKőszeg verdankt ihre Gründung dem Familienzweig der Volfer aus dem Geschlecht von Héder, die sich 1157 in Ungarn niederlassen. Des Weiteren ist bekannt, dass vor 1274 Heinrich II. und sein Sohn Iwan von Nèmetùjvár (Güssing) aus der Familie Kőszegi ihren Hof nach Kőszeg verlegen, die Stadt bleibt jahrzehntelang in ihrem Besitz; erst 1327 übernimmt Karl von Anjou die Mach und erhebt die Stadt ein Jahr später in den Rang einer königlichen Stadt. Zwischen 1347 und 1381 wurden auch die Stadtmauern gebaut und die Stadtgrenzen befestigt. 1392 übernahm Palatin Nikoloaus Garai die Herrschaft über die Stadt, die Epoche der Garais ging erst 1441 zu Ende.

Die größte Bedeutung erlangte Kőszeg jedoch während der Türkenkriege des 16. Jahrhunderts als die Stadt einer der bedeutendsten Schauplätze 1532 wurde. Drei Jahre nach der Ersten Wiener Türkenbelagerung und nachdem Friedensverhandlungen gescheitert waren, verließ am 25. April 1532 das türkische Heer unter Sultan Süleymann I., dem Prächtigen, erneut Konstantinopel um Wien zu erobern. Mit mehr als 100.000 Mann zog Großwesir Ibrahim durch den Südwesten Ungarns und ließ eine Schneise der Verwüstung hinter sich. Am 5. August erreichten sie die Burg Kőszeg und begannen mit der Belagerung. 25 Tage und 19 Sturmangriffe der Osmanen mussten von der Bevölkerung in der Burg unter der Leitung von Stadt- und Burgkapitän Miklós Jurisics überstanden werden, ehe die Türken aufgaben. Dazu kam noch, dass die Soldaten und Bauern nur schlecht ausgerüstet waren und sich nur notdürftig auf die Belagerung vorbereitet hatten. Gegen Ende des Kampfes entschloss sich Jurisics sogar Frauen in der Verteidigung einzusetzen.

KőszegDurch einen Aufstand der Janitscharen beendete der Sultan schließlich am 30. August 1532 die Belagerung der Stadt. Da sich in der Zwischenzeit bereits ein großes Heer im Raum Wien zur Verteidigung gegen die Türken gebildet hatte, wurde der Feldzug von den Osmanen wegen der geringen Erfolgschancen nicht weiter fortgesetzt. Kőszeg hatte Wien gerettet. Laut einer Überlieferung verließen die letzten türkischen Belagerer die Stadtgrenze um 11.00 Uhr –

Mit dem Läuten der Kirchenglocken bereits um 11.00 Uhr wird – von Kaiserin Maria Theresia genehmigt – seit 1777 diesem Ereignis gedacht.
1695 gelangen die Burg und das Gebiet von Kőszeg in den Besitz der Herzogsfamilie Esterházy, die die Herrschaft bis 1931 besitzen. Einmal noch zeigt sich die Bedeutung der Stadt im Rákóczi Freiheitskampf von 1703 – 1711: so war Kőszeg neben Szombathely eine der wichtigsten Festungen der Kuruzzen bei der Befreiung und Erhaltung der westlich der Raab gelegenen Landschaftsgebiete - danach geht ihre strategische Bedeutung verloren und im 18. Jahrhundert erlebt die Stadt ihre längste friedliche Epoche. Es wird sogar versucht, durch Anwerbung von Kolonisten und durch Gründung von Kőszegfalva (Schwabendorf) die Bevölkerungsverluste wieder zu ersetzen.

Durch Ihre Lage als Grenzstadt – nahe dem früheren Eisernen Vorhang – werden kaum große Änderungen und Neuerungen im Stadtbild durchgeführt. Damit bleibt die einzigartige Innenstadt mit ihrem Hauptplatz nahezu unverändert erhalten und wurde sogar 1978 mit dem ungarischen Architekturpreis ausgezeichnet.

Jurisics Platz, St. Jakob-, St. Emmerichkirche

Sehenswürdigkeiten

Jurisics tér (Jurisics-Platz)

Kőszeg - Häuserfront am HauptplatzHier finden Sie, neben der Burg den ältesten Teil der Stadt. Seit dem 15. Jahrhundert ist die Innenstadt, die damals aus 73 Häusern bestand, von einer Stadtmauer geschützt. Verheerende Brände zerstörten die Stadt, die wahrscheinlich bereits im 13. Jahrhundert gegründet wurde, viele Male bis auf die Grundmauern, allein während des 17. und 18. Jahrhunderts sind 14 Großbrände bekannt. Dennoch wurden diese 73 Häuser immer wieder aufgebaut und auch heute besteht die Innenstadt aus 73 Häusern. Der Jurisics Platz war früher der Marktplatz, hier fand auch das „gesellschaftliche“ Leben statt: Bürgerversammlungen wurden einberufen, Gerichte abgehalten, Verurteilte an den Pranger gelegt. Auf seinem Platz findet sich die 1739 errichtete Mariensäule, ein Meisterwerk des Soproner Steinmetzes Eisenköbel, dessen Honorar evangelische Bürger bezahlen mussten, die Maria geschmäht hatten. Auch der Stadtbrunnen wurde von Eisenköbel geschaffen.

Kőszeg - Schmiedeeisenschild am HauptplatzDurch die vielen Zerstörungen der Stadt in den vergangenen Jahrhunderten bedeckt den Jurisics Platz eine 160 – 200cm dicke Schuttschicht, die zu Niveauunterschieden führte und die Häuser überraschend klein aussehen lässt. So kann es auch passieren, dass man über die 14 Treppenstufen in den heutigen Keller des Rathauses steigt und dort ein Zimmer betritt, das einst im Erdgeschoss des Hauses war.

April 2011 wurde der Platz, wie auch die Burg, renoviert. Unsere Fotos stammen noch aus dieser Zeit. Lassen Sie sich aber davon nicht von einem Besuch abhalten, inzwischen erstrahlt er im neuen Glanz. 

Die Gebäude in der Mitte des Platzes stellen ebenfalls ein Kuriosum dar, dass wir in der Ausprägung noch in keiner anderen Stadt gesehen haben: Zwei Kirchen nebeneinander, ja fast aufeinander gebaut – die St. Emmerich und die St. Jakob Kirche.

Die St. Jakob-Kirche

Kőszeg - Die St. Jakob KircheSie ist die ältere der beiden Kirchen am Jurisics-Platz: sie wurde 1403 – 1407 an der Stelle der 1289 während der österreichischen Belagerung zerstörten Minoritenkirche im Auftrag von Miklós Garai gebaut. Die Kirche trägt gotische Merkmale, die Apsis ist nach Osten ausgerichtet, Seitenschiffe und Hauptschiff haben eine einheitliche Höhe. Brände zerstörten im 15. Jahrhundert mehrmals die Kirche und auch die Türkenbelagerung fügte ihr erheblichen Schaden zu. Mehrere Male wechselte die Konfession der Besitzer: bis 1554 in der Hand der Katholiken, dann bis 1671 gehörte sie zuerst den ungarischen, dann den deutschen Protestanten, die leider die Wandgemälde aus dem 15. Jahrhundert übermalten, die gotischen Flügelaltäre und 1653 sogar die Steinsockel der Altäre entfernten. 1671 wurde die Kirche durch einen gewaltsamen Eingriff des Bischofs von Győr, György Széchenyi, wieder katholisch- In der Folgezeit baute man den Barockgiebel der Westfassade, das Holztürmchen und 1700 eine Kapelle. 1758 wurde die Kirche um zwei Seitennischen erweitert.

Der in drei Teile gegliederte Hauptaltar wurde 1693 im Auftrag von Pál Esterházy errichtet. Die gotische Holzstatue Madonna mit dem Jesuskind ist wahrscheinlich ein Werk von Tiroler Meistern. Flankiert wird sie vom Hl. Petrus mit dem Schlüssel und dem Hl. Paulus mit dem Schwert. Im zweiten Teil des Altars sehen wir in der Mitte die Statue des Hl. Jakob, neben ihm der Hl. Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens und auf der anderen Seite der Hl. Xaver. Das Gottesauge als Symbol der Dreifaltigkeit schließt den Altar nach oben ab. Sehenswert ist auch die Kanzel aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert.

Erst 1937 – während einer Renovierung – fand man die Wandgemälde an der Abschlusswand des südlichen Seitenschiffes. Links ist der Hl. Christophorus zu sehen, der als Schutzpatron der Reisenden, Wanderer und Fuhrleute gilt. Am oberen Bild neben dem großen Gemälde sind die Heiligen Drei Könige, auf dem unteren die Schutzmantelmadonna abgebildet. Neben ihr stehen die Hl. Elisabeth von Ungarn und die Hl.Barbara.
Im nördlichen Seitenschiff findet sich das rotmarmorne Grabmal der Kinder des Burgkapitäns Mikl´s Jurisics und in der Mitte der beiden Bankreihen liegt der Grabstein der 1679 beigesetzten Wesselényi Maria Széchy.

Drei Monogramm-Medaillons zieren seit 1807 die Kirchenfassade: oben das Christus-Monogramm der Jesuiten mit den drei Kreuznägel des Jesuitenwappens. In der Mitte die mit einer Krone geschmückten Monogramme von Maria und Joseph. Das Benediktinerwappen mit den fünf Herzen und dem Wort PAX wurde erst 1930 angebracht. In der Fassadennische mitten unter dem Jesuitenwappen steht die Statue des Hl. Jakob.

Die St. Emmerich-Kirche

Kőszeg - Die St. Emmerich KircheGleich neben der St. Jakob Kirche, Wand an Wand, steht die St. Emmerich-Kirche auf dem Hauptplatz – beide Kirchen sind auch heute noch Zeugen der Auseinandersetzungen um Religion und nationale Rivalität. Ab 1558 traten die unterschiedlichen Sprach-, National- und Religionsgruppen immer stärker in Erscheinung und beeinflussten das Leben der Stadt. Die deutschen Lutheraner erreichten höchsten Einfluss in der Stadtverwaltung und vertrieben die ungarischen Calvinisten aus der St. Jakobskirche. 1615 wurde auf Ersuchen der Kalvinisten dem Bau einer neuen Kirche zugestimmt und Baumeister Walent Marx damit beauftragt, Allerdings wurde die Arbeit erst 1640 vom Wiener Baumeister Wolf Zehentmayer beendet. 1673 wurde die Kirche durch Kanzler Tamás Pálffy und György Széchy wieder in katholischen Besitz übergeführt, damit fungierte die Kirche bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Pfarrkirche der Stadt. 1722 brachte man über dem Haupttor die Statue des Hl. Emmerich, worauf die Schrift „St. Emmerich, Prinz von Ungarn 1722“ hinweist. 1805 wurden die Brustbilder der zehn Apostel auf dem Hauptgesims geschaffen.

Kőszeg - Die St. Emmerich Kirche (Detail)Das Gelöbnis des Hl. Emmerich – gestaltet von István Dorfmeister d. J. (1805) ist am barocken Hochaltar dargestellt, den Statuen der ungarischen Heiligen schmücken: der Hl. Stephan, der sein Land der Jungfrau Maria darbietet, der Hl. Ladislaus überreicht sein Schwert und seinen Schild. Beide Seitenaltäre sind mit Bildern des Soproner Malers István Schaller bestückt, die 1722 entstanden sind. Bemerkenswert auch die Kanzel im Zopfstil über den barocken Bänken. In der Gruft unter der Sakristei und der Kapelle befinden sich die Gräber der angesehensten Bürger der Stadt, die hier zwischen 1670 und 1831 bestattet wurden. Bis zur Eröffnung des neuen Friedhofs  1633 war hier die Begräbnisstätte der Stadt.

Sgraffitohaus, Apothekenmuseum, Heldentor

Das Sgraffitohaus (Jurisics tér 7)

Kőszeg - Das Sgraffitohaus am HauptplatzDie Kunst des Sgraffito stammt aus Italien und das wunderschöne Haus am Hauptplatz beweist, dass italienische Meister auch in Kőszeg  gearbeitet haben. Ein riesiger Blumenstrauß in einer Vase stellt auf der Balkonbalustrade das Hauptmotiv der Hausverzierungen dar. Interessant ist auch die barocke Marienstatue in Wandnische am geschwungenen Giebel des Gebäudes. Die Aufschrift unterhalb auf dem Hauptsims lautet übersetzt: „So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen – 1668“ und stammt aus dem Römerbrief des Hl. Paulus. Fürst György Rákóczi I. verwendete dieses Zitat ebenfalls in einem Brief an seinen Sohn.

Das Apothekenmuseum (Jurisics tér 11)

Ebenfalls am Jurisics tér befindet sich ein weiteres interessantes Haus: Die Apotheke zum Goldenen Einhorn. Die erste Nutzung dieses Gebäudes war allerdings das Gasthaus „Zum Goldenen Engel“, das 1766 Károly Miklos errichtete, nachdem er das Gebäude von der Familie Csekonics gekauft hatte.  1777 erwarb der Apotheker Mátyá Svalla aus Böhmen das Haus, eröffnete die Apotheke und versah sie mit einer Apothekeneinrichtung, die er vorher von den Jesuiten gekauft hatte. Um jedoch die komplette Einrichtung unterbringen zu können, musste sich der Besitzer allerdings etwas einfallen lassen: so kaufte er das enge Gässchen neben dem Gebäude und verlegte den Eingang dorthin. Im früheren Torweg wurde so der Apothekenraum eingerichtet, der Dachboden für die Trocknung der Heilkräuter verwendet.

Heute wird das Gebäude als Apothekenmuseum genützt, in dem man die wertvolle, aus fünf Regalsystemen bestehende Apothekereinrichtung der Jesuiten aus Eichenholz besichtigen kann. Auch Gefäße und Tiegel sind ausgestellt, die noch zur Originalausstattung der Apotheke gehören. Weiters kann man die Möblierung im österreichischen Barockstil mit Ziermotiven im italienischen Einfluss anschauen und Gemälde, die wahrscheinlich Werke des österreichischen Malers Ettl sind. Im Hof des Museums ist ein Kräutergarten eingerichtet.

Das Heldentor

Kőszeg - Das HeldentorDurch das Heldentor tritt man, von der Herz Jesu Kirche kommend auf den Jrisics tér. Es wurde 1932 im eklektischen Stil anlässlich der 400 Jahrfeier der erfolgreichen Stadtverteidigung gegen die Türken gebaut. An dieser Stelle stand früher das 1880 abgerissene südliche Untere Tor, seit dem 13. Jahrhundert ein wichtiger Teil der Festung, hier war der Graben am Tiefsten, hier war der wichtigste Eingang zur Stadt. Dieses Tor findet man auch im Wappen von Kőszeg: der Schlüssel des Tores symbolisierte die Macht des Stadtrichters. In diesem Turm wurden auch die Musiker untergebracht, die Tamás Nádasdy engagiert hatte und die ab 1723 mittags und abends die Bürger der Stadt mit Musik unterhielten. Wichtig war auch dass der Stadttrommler vom Turm aus bei Feuer Alarm schlug, keine Seltenheit in der Zeit, da die Häuser lange aus Holz, Schindel, und Schilf gebaut wurden.

Rathaus, Generalhaus, Arkadenhaus

Das Rathaus

Kőszeg - Das RathausDas Rathaus am Juriscs tér hat sein heutiges Aussehen nach 1597 erhalten, wurde aber bereits seit dem 14. Jahrhundert als Rathaus genutzt. 1668 erhielt es eine zur Erhöhung des Gebäudes dienende Giebelwand. Auf der Fassade sind drei Wappen und zwei Wandgemälde angebracht: links das viereckige Wappen von Miklós Jurisics, in der Mitte das Kleinwappen von Ungarn und rechts das heute noch gültige Wappen der Stadt Kőszeg, das 1446 der Stadt von Friedrich III. verliehen wurde. Die Wandgemälde zeigen die Patrona Hungariae, die ungarische Schutzpatronin mit dem Jesuskind, sowie den heiligen König Stephan. Das klassizistische Tor stammt aus dem 19, Jahrhundert.

Das Rathaus ist auch Schauplatz eines einzigartigen Brauches, der uns so nur aus Kőszeg bekannt ist: Alljährlich werden hier am St. Georgstag (24. April) dem Bürgermeister die Weintriebe vorgestellt und diese seit 1740 ins Buch der Weintriebe eingetragen. Der Weinbau spielte in Kőszeg immer eine besondere Rolle, bereit 1755 waren eine Weinbaufläche von 45 Äckern im städtischen Besitz und so eine wichtige Einnahmequelle.

Kőszeg - Der Innenhof des RathausesHeute wie damals werden die Weintriebe dem Bürgermeister oder früher Richter vorgelegt und man versucht aus den Trieben, Erntemenge und Qualität des Weines abzuschätzen. Dies war nicht nur für die Weinbauern, sondern auch für die Stadtverantwortlichen von besonderem Interesse. Im Weinbuch werden dann die Weintriebe mit Jahr für Jahr schöner gestalteten Zeichnungen in Bleistift, Feder, später Aquarell verewigt. Die Aufzeichnungen über Jahrhunderte und die Kunstsinnigkeit machen das Weintriebebuch zu einem wertvollen Kleinod der Stadt, das man im Stadthistorischen Museum in der Burg besichtigen kann.

Auch heute noch wird dieser Brauch gefeiert und der Georgitag ist Ausgangspunkt für Feiern in der Stadt: Weine werden prämiert, Ausflüge zu Weinbergen und Weinkellern veranstaltet und die Weingenossenschaft lädt zu Weinproben ein. Das Rathaus besitzt - wie viele andere Häuser am Jurisics tér - einen wunderschönen Innenhof. Verpassen Sie nicht, sich hier kurz umzusehen!

Das Generalhaus

Mehrere Merkmale des rechts vom Heldentor befindlichen Hauses, wie der Mordgang, der gewölbte Keller und die große Loggia weisen auf seinen Ursprung in der Renaissance hin. Hier wurden die Entscheidungen der Stadtführung und die Urteile des Stadtgerichtes getroffen und bekannt gegeben.

Bemerkenswert ist die Ausführung der Loggia, die einzigartig in Ungarn ist. 1563 bis 1671 fanden hier die von ihren Kirchen vertriebenen Katholiken ein Zuhause. 1719 kaufte die Stadt das Gebäude von Tamás Nádasdy, um hier den General der Reiterorganisation zu beherbergen, daher stammt auch der Name des Gebäudes. Seit 1977 beherbergt es die Restaurationswerkstatt des Stadthistorischen Museum, wie auch einige Büros und eine Ausstellung des Kőszeger Kleingewerbes. Vom obersten Raum kann man den Panoramagang des Turmes erreichen, der eine wunderschöne Aussicht über die Stadt bietet.

Das Arkadenhaus

Kőszeg - Heldentor mit ArkadenhausDieses befindet sich links neben dem Tor. Früher stand hier ein Holzhaus, für die Zöllner, die den Zoll einhoben. 1774 wurde vom Breslauer Turmmeister József Jakab Bittner der Auftrag zu dem Gebäude mit Tanzsälen gegeben, beim großen Brand 1777 wurde es jedoch vollständig zerstört. Beim nachfolgenden Wiederaufbau wurde das Gebäude als Wohnhaus konzipiert, unter den Arkaden entstand eine Metzgerei. 1959 wurden die 1842 zugemauerten Arkadenbögen wieder freigelegt. Seit 1971 ist hier das Stadtarchiv untergebracht.

Jurisics Burg

Die Jurisics Burg

Die Jurisics oder Esterjázy-Burg sollte bei keiner Besichtigung von Kőszeg vergessen werden. Als Namensgeber fungiert der Verteidiger der Stadt gegen die Türken Miklós Jurisics, aber auch der Name Esterházy-Burg ist gerechtfertigt, waren doch Burg und Umgebung 236 im Besitz dieser Familie – erst 1931 wechselte der Besitz zur ungarischen Militärkammer.

Auch heute noch kann man die verschiedenen Teile der Burg erkennen. Das Aussehen der „Untere Burg“ stammt aus dem Jahr 1777, nachdem sie nach einem großen Brand wieder aufgebaut werden musste. In die Vorburg gelangt man auf einer gemauerten Brücke über den Burggraben. Die Torpfeiler tragen die Monogramme ND und die Jahreszahlen 1666 und 1670 und weisen damit auf das ehemalige Nádasdy-Gut hin. Unter dem Korbbogentor sind noch Wandbüchsen vorhanden, die auf die Existenz einer Zugbrücke schließen lassen. Die Vorburg stellte wahrscheinlich den ersten Schutz vor Feinden dar, worauf auch die ausgegrabenen stark gebauten Mauerreste schließen lassen. Im Hof steht eine Statue von Miklós Jurisics, die Sándor Mikus 1963 geschaffen hat.

Über eine Ziegelsteinbrücke, die über den einstigen Wassergraben führt, gelangt man durch ein Tor mit dem Wappen der Familie Esterházy in das Burginnere. Im trapezförmigen Innenhof steht ein Brunnen mit Steinbrüstung aus dem 17. Jahrhundert. Die Fassaden des West- und Südtraktes sind mit Arkaden geschmückt, durch die Arkadenbögen ist die Reihe der mit Sgraffitorahmen verzierten Renaissancefenster des Westtraktes zu sehen. Die Ostseite zeigt sich geschlossen und nur durch kleinere gotische Fenster unterbrochen.

Der ehemalige Rittersaal im Obergeschoss finden heute Kulturveranstaltungen statt, währen dim südlich und östlichen Flügel das Stadthistorische Museum untergebracht ist. Die Ausstellung umfasst Gemälde über die türkische Belagerung von Burg und Stadt, Waffen und Reliquien berühmter Personen wie Mihály Hörmann oder Mária Széchy, aber auch eine Kopie der berühmten Kőszeg-Darstellung von Erhard Schön. Außerdem sind zwei Räume dem Wein und Weinbau gewidmet, der für die Stadt ja von großer Bedeutung war und ist. Eine Porträtgalerie berühmter Personen, die in Kőszeg gelebt haben und Informationen über das Kulturleben und die Kulturgeschichte beenden die Exposition.

Wenn Sie über die gemauerte Brücke die Burg verlassen, finden Sie rechts eine kleine Treppe, die in den Burggraben hinunter führt und wo Sie bald auf eine Mauer stoßen, die sich vor dem Rondell am Südostturm nahezu rechtwinklig den Mauern der Vorburg anschließt. Hinter der Stadtmauer gelangen Sie zur Forintos-Bastei, eine der runden Basteien am Zwingergang, der um die Burg läuft. Dieser Zwingergang stammt aus dem 15. Jahrhundert, die runden Außenbasteien wurden im 16. Jahrhundert erbaut – Matthias Forintos gilt als ihr Schöpfer. Er war städtischer Senator und Feuerwerker und hatte mit seinen Erfahrungen wesentlich zur Verteidigung der Burg beigetragen. 1561 wird er allerdings wegen Hexerei angeklagt. So soll er am St. Veits-Berg bei Velem und am Alten Haus bei Kőszeg besessene Personen durch verbotene Riten geheilt haben, Unwetter und Hagel herauf beschworen und damit die Getreideernte und die jungen Trauben vernichtet haben. Forintos wird in Kőszeg schuldig gesprochen, allerdings hebt der Gerichtshof in Wien als Beschwerdegericht das Urteil wieder auf und Forintos wird freigesprochen.
Man vermutet, dass hinter diesen Anschuldigung einen Machtkampf zwischen dem mehrheitlich protestantischen Rat und dem zur katholischen Minderheit gehörenden Senator stand und dies der wirkliche Grund für das Gerichtsverfahren in Kőszeg war.

Kulturzentrum und Burgtheater
9730 Kőszeg, Rajnis u. 9.
H-9731 Kőszeg, Pf. 51.
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel: +36 94/360-113

Dreifaltigkeitssäule, Herz Jesu Pfarrkirche, Plan

Die Dreifaltigkeitssäule

Kőszeg - Die DreifaltigkeitssäuleDie Dreifaltigkeitssäule in Kőszeg wurde zum Andenken an die große Pestepidemie nach dem Rákóczi-Freiheitskampf aufgestellt, die an die 600 Opfer forderte. Die Eintragung mit der Jahreszahl 1713 lautet übersetzt: „Dreifaltigkeit, Befreie die Hilfsbedürftigen von Hunger, Pest und Krieg). 1712 wurde der Soproner Bildhauer Servatius Leithner mit dem Bau beauftragt. Er verwendete Kalkstein von Fertőrákos, der nun immer mehr unter der Witterung und Umwelteinflüssen leidet. Am Sockel  der ältesten Barockstatue der Stadt sind der Hl. Rochus, Hl. Sebastian, Hl. Josep und Hl. Nepomuk zu sehen, die Hl. Rosalie ist am Sockelrelief abgebildet. Den Hauptteil bildet die Gnadenthron: auf dem Stuhl Gottvater mit der Tiara, den gekreuzigten Sohn auf dem Schoß. Die Taube als Symbol des Hl. Geistes findet sich unter den beiden Hauptfiguren am Säulenkapitell.

Die Herz-Jesu-Pfarrkirche

Kőszeg - Die Herz Jesu KircheAuf den Platz vor der Kirche übersiedelte im 19. Jahrhundert der Markt von der Innenstadt. Seine endgültige Form erhielt er 1894 durch den Bau der, den Platz beherrschenden Kirche. Ihr Entwurf stammt vom Architekten Ludwig Schöne, 1892 begann man mit der Umsetzung des Baus an der Stelle des ehemaligen Hotels Korona (Krone). Die Herz-Jesu-Pfarrkirche ist bis heute das größte Bauwerk in Kőszeg: ihre Ausmaße sind beeindruckend (49 x 19 x17 m). Die Kirche kann durch drei Tore betreten werden. Über dem Hauptportal ist die Golgota-Szene auf einem Relief dargestellt. Über dem Tympanon steht die Herz-Jesu-Statue. Den Hauptturm schmücken noch die originalen Majolika-Dachziegel. Das Kircheninnere ist dreischiffig mit Querschiff und Apsis. Beeindruckend ist die schöne Bemalung der Gewölbe, Seitenwände und Säulen nach einem Entwurf des österreichischen Künstlers Otto Kott, die fast orientalisch anmutet. Prächtig anzusehen sind auch die farbigen Glasfenster. Sie zeigen die Heiligen des Àrpáden-Hauses (die Selige Gisela, Hl. Elisabeth, hl. Margarete, Hl. Stephan. Hl. Ladislaus), das Glaubensgeheimnis des Herzen Jesu sowie Maria und Joseph. Auf den Glasfenstern an den Eingängen der Seitenschiffe sind vorbildhafte Taten aus dem Leben von Heiligen bzw. Szenen aus dem Neuen Testament abgebildet. Sehenswert sind auch die gotische Monstranz aus dem 15. Jahrhundert und ein Messgewand mit Perlen geschmückt.

Kőszeg - Glasfenster in der Herz Jesu KircheDie Orgel stammt aus dem Jahre 1894 und wurde in der berühmten Orgelmeister-Werkstatt der Brüder Rieger gebaut. Die geschnitzten Altäre stammen von Schnitzmeistern aus Tirol und Wien. Der eindrucksvolle 57 Meter hohe Glockenturm wurde im eklektischen Stil gebaut und bestimmt das Stadtbild von Kőszeg. Auch heute noch können sich die Besucher an der Turmmusik erfreuen, sie spielt eine Melodie eines Ausschnittes der Händel Oper Saul.

Weitere Informationen: www.koszeg.hu

Übernachtungstipps Ungarn

 


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