Unweit von Bratislava, an der Weinstraße in den Kleinen Karpaten liegt die Burg Červený Kameň, auf Deutsch Bibersburg oder Burg Rotenstein genannt.

Blick in den Hof der Bibersburg

Die älteste Burg an dieser Stelle wurde 1240 von der Tochter des ungarischen Königs Béla III. erbaut und gehörte zur Verteidigungskette zwischen Devín und Trenčín. Ihre Besitzer wechselten bis zum 16. Jahrhundert relativ häufig.

Im Hof der Bibersburg
1528 geht die Burg in den Besitz der Fugger über, die um 1537 eine Festung im Renaissancestil erbauen. So finden sich auch auf jeder Seite zwei Bastionen, die der Verteidigung dienten und die Burg gegen einen Einfall der Türken schützen sollten. Die Burg sollte als befestigter Handelsumschlagplatz dienen, daher findet isch in einem Teil der Burg ein riesiger Keller, der als der größte in ganz Mitteleuropa gilt. Angeblich soll das Verteidigungssystem auf ein theoretisches System von Albrecht Dürer zurückgehen.

Das Festungswerk der Bibersburg

Die Gegend um die Burg war als Bergbaugebiet bekannt, in dem Gold, Kupfer und Silber abgebaut wurde. Die Fugger hatten in eine Kupfermine investiert und da die Türken 1526 Ungarn angriffen, wurden die Transportwege unsicher. Hier in der Bibersburg sollte ihr Kupfer sicher lagern, bis die Auseinandersetzungen beendet waren. Doch der Bau dauerte an die 20 Jahre, das Geschäft mit Kupfer brach ein, andere Länder waren auf den Markt gedrängt, sodass die Keller eigentlich nie ihrer Bestimmung als Kupferlager dienten.

In den Kellern der Bibersburg

1583 heiratete Nikolaus II. von Pállfy Maria Magdalena Fugger und erhielt so eine Hälfte der Burg, den anderen Teil kaufte er den Fuggern ab, um anschließend die Festung in ein Renaissanceschloss umzubauen und es zum Stammschloss der Familie zu machen. Zum ursprünglichen, südwestlichen Trakt kamen weitere Trakte mit Wohnräumen um einen Zentralhof dazu. Noch heute kann man an den Burgmauern das Wappen der Pállfys sehen: ein Hirsch mit einem gebrochenen Rad.

Die Legende des Wappens

Die Legende besagt, dass die Pállfys eines Nachts durch einen Wald nach Hause unterwegs waren. Plötzlich sprang ein Hirsch aus dem Dickicht vor die Kutsche und es brach ein Rad. Die Pállfys konnten nicht mehr weiter fahren und mussten an der Stelle die Nacht verbringen. Als sie am nächsten Tag aufwachten und den Schaden im Hellen betrachten konnten, merkten sie, dass sie am Rande eines Felsen standen, über den sie bei ihrer Weiterfahrt in die Tiefe gestürzt wären. Der Zwischenfall mit dem Hirsch hatte ihnen das Leben gerettet.

Der Hirsch mit dem gebrochenem Rad im Wappen
1646 brannte das Schloss ab, wurde jedoch bald wieder aufgebaut und ausgebaut. Aus jener Zeit stammt auch der schönste Raum des Schlosses, die einzigartige Sala terrena mit wunderschönen Stuck und anderen Ornamenten. Die Sala terrena bot eine Verbindung vom Erdgeschoss in den Garten. Es war der optimale Raum zur Abkühlung in heißen Sommertagen mit Grotten und Springbrunnen, gestaltet von italienischen Künstlern. Heute wird der Saal gerne für zivile Hochzeiten genutzt.

Blick in die Sala Terrena
Um 1750 wurde ein barockes Eingangsportal und eine Steinbrücke hinzugefügt. 1758 brannte die Burg erneut ab und wurde wieder rekonstruiert.

Im Inneren der Bibersburg

Bis 1945 blieb die Burg im Besitz der Pálffys, dann wurde sie vom Staat konfisziert. In den weiteren Jahren wurde sie mehrmals aufwendig rekonstruiert und 1961 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.

Die Apotheke im Schloss

Heute ist im Schloss ein Museum untergebracht, das vom slowakischen Nationalmuseum verwaltet wird. Es zeigt die Wohnkultur der Adeligen zwischen dem 16. und 20.Jahrhundert, wobei festgestellt werden muss, dass die Einrichtungsgegenstände und Bilder nicht alle aus diesem Schloss stammen. Sehenswert im Schloss ist gleich am Beginn der Führung die Apotheke, die Rezepte für an die 800 Medikamente beherbergte, mit denen die ganze Umgebung und das Dorf versorgt wurde und die aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Viele Porträts adeliger Herren sind im Schloss gesehen


Interessant sind auch die Szechy-Porträts, die den Betrachter von jeder Seite mit den Augen verfolgen. Diese spezielle Technik sollte auch dafür sorgen, dass auch dem Porträt Respekt entgegengebracht werden sollte.
Außerdem ist ein wunderschöner goldener Schlitten im Rokokostil aus dem 18. Jahrhundert ausgestellt, der früher der Familie der Edödys gehörte. Es ist der Schlitten der Ballkönigin – mit ihm durfte die schönste Frau des Balls nach Hause fahren.

Der goldene Schlitten
Sehenswert sind auch die reichen Stuckverzierungen und die Freskomalerei, die die Innenräume schmückt. Beachten sollte man auch die zwei Bierkrüge, die einen Mann und eine Frau darstellen. Sie sollen den Betrachter daran erinnern, wie er aussehen wird, wenn er zu viel Bier trinkt.

Die Bibersburg oder Burg Rotenstein
Beachten sollte man auch die Galerie der blauen Damen. Sie zeigt junge Mädchen, Adelige, die in einem Internat dessen Schulkleidung aus blauem Stoff war, studierten. Auf den Bildern zeigen die Accessoires der Mädchen, welche Studienrichtung sie gewählt hatten.

Die blauen Damen

Beeindruckend sind die Keller des Schlosses – sie haben zwei Etagen und sind ca. 70 Meter lang und 18 Meter hoch. Er ist auch die Heimstätte von Fledermäusen. Hier befindet sich auch der tiefste Brunnen der Slowakei mit einer Tiefe von fast 120 Meter, der aus dem 17. Jahrhundert stammt. Die Pallfýs benutzten die Keller als Weinkeller und als Lagerraum. Um diesen noch zu vergrößern, haben sie zusätzliche Zwischen decken eingezogen. Heute kann man noch die Einkerbungen für die Balken in den Wänden sehen. In der letzten Etage befand sich damals auch eine Weinpresse.

In den Kellern der Bibersburg
Im Keller kann man auch den Namen der Burg – Rotenstein – nachvollziehen. Der Stein des Felsen enthält Eisen, das den Stein rot färbt, da diese Steine auch zum Aufbau der Außenmauern verwendet wurden, erschienen diese rot gefärbt zu sein. Daher stammt der Name Rotenstein.

Es geht tief hinab ....
Die Burg war auch schon Schauplatz zahlreicher Filme und Märchen wie Prinzessin Fantagiró, Drachenherz oder Cinka Panna. Auf dem Burgareal befinden sich außerdem eine Weinstube, ein Restaurant und ein Café.

Während der Sommersaison werden Fechtturniere veranstaltet, man kann Falknervorstellungen bewundern oder die eigentümliche Atmosphäre bei Nachtbesichtigungen erleben. Die Burg kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Interieur auf Burg Rotenstein

Unweit von Bratislava, an der Weinstraße in den Kleinen Karpaten liegt die Burg Červený Kameň, auf Deutsch Bibersburg oder Burg Rotenstein genannt.

Blick in den Hof der Bibersburg

Die älteste Burg an dieser Stelle wurde 1240 von der Tochter des ungarischen Königs Béla III. erbaut und gehörte zur Verteidigungskette zwischen Devín und Trenčín. Ihre Besitzer wechselten bis zum 16. Jahrhundert relativ häufig.

Im Hof der Bibersburg
1528 geht die Burg in den Besitz der Fugger über, die um 1537 eine Festung im Renaissancestil erbauen. So finden sich auch auf jeder Seite zwei Bastionen, die der Verteidigung dienten und die Burg gegen einen Einfall der Türken schützen sollten. Die Burg sollte als befestigter Handelsumschlagplatz dienen, daher findet isch in einem Teil der Burg ein riesiger Keller, der als der größte in ganz Mitteleuropa gilt. Angeblich soll das Verteidigungssystem auf ein theoretisches System von Albrecht Dürer zurückgehen.

Das Festungswerk der Bibersburg

Die Gegend um die Burg war als Bergbaugebiet bekannt, in dem Gold, Kupfer und Silber abgebaut wurde. Die Fugger hatten in eine Kupfermine investiert und da die Türken 1526 Ungarn angriffen, wurden die Transportwege unsicher. Hier in der Bibersburg sollte ihr Kupfer sicher lagern, bis die Auseinandersetzungen beendet waren. Doch der Bau dauerte an die 20 Jahre, das Geschäft mit Kupfer brach ein, andere Länder waren auf den Markt gedrängt, sodass die Keller eigentlich nie ihrer Bestimmung als Kupferlager dienten.

In den Kellern der Bibersburg

1583 heiratete Nikolaus II. von Pállfy Maria Magdalena Fugger und erhielt so eine Hälfte der Burg, den anderen Teil kaufte er den Fuggern ab, um anschließend die Festung in ein Renaissanceschloss umzubauen und es zum Stammschloss der Familie zu machen. Zum ursprünglichen, südwestlichen Trakt kamen weitere Trakte mit Wohnräumen um einen Zentralhof dazu. Noch heute kann man an den Burgmauern das Wappen der Pállfys sehen: ein Hirsch mit einem gebrochenen Rad.

Die Legende des Wappens

Die Legende besagt, dass die Pállfys eines Nachts durch einen Wald nach Hause unterwegs waren. Plötzlich sprang ein Hirsch aus dem Dickicht vor die Kutsche und es brach ein Rad. Die Pállfys konnten nicht mehr weiter fahren und mussten an der Stelle die Nacht verbringen. Als sie am nächsten Tag aufwachten und den Schaden im Hellen betrachten konnten, merkten sie, dass sie am Rande eines Felsen standen, über den sie bei ihrer Weiterfahrt in die Tiefe gestürzt wären. Der Zwischenfall mit dem Hirsch hatte ihnen das Leben gerettet.

Der Hirsch mit dem gebrochenem Rad im Wappen
1646 brannte das Schloss ab, wurde jedoch bald wieder aufgebaut und ausgebaut. Aus jener Zeit stammt auch der schönste Raum des Schlosses, die einzigartige Sala terrena mit wunderschönen Stuck und anderen Ornamenten. Die Sala terrena bot eine Verbindung vom Erdgeschoss in den Garten. Es war der optimale Raum zur Abkühlung in heißen Sommertagen mit Grotten und Springbrunnen, gestaltet von italienischen Künstlern. Heute wird der Saal gerne für zivile Hochzeiten genutzt.

Blick in die Sala Terrena
Um 1750 wurde ein barockes Eingangsportal und eine Steinbrücke hinzugefügt. 1758 brannte die Burg erneut ab und wurde wieder rekonstruiert.

Im Inneren der Bibersburg

Bis 1945 blieb die Burg im Besitz der Pálffys, dann wurde sie vom Staat konfisziert. In den weiteren Jahren wurde sie mehrmals aufwendig rekonstruiert und 1961 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.

Die Apotheke im Schloss

Heute ist im Schloss ein Museum untergebracht, das vom slowakischen Nationalmuseum verwaltet wird. Es zeigt die Wohnkultur der Adeligen zwischen dem 16. und 20.Jahrhundert, wobei festgestellt werden muss, dass die Einrichtungsgegenstände und Bilder nicht alle aus diesem Schloss stammen. Sehenswert im Schloss ist gleich am Beginn der Führung die Apotheke, die Rezepte für an die 800 Medikamente beherbergte, mit denen die ganze Umgebung und das Dorf versorgt wurde und die aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Viele Porträts adeliger Herren sind im Schloss gesehen


Interessant sind auch die Szechy-Porträts, die den Betrachter von jeder Seite mit den Augen verfolgen. Diese spezielle Technik sollte auch dafür sorgen, dass auch dem Porträt Respekt entgegengebracht werden sollte.
Außerdem ist ein wunderschöner goldener Schlitten im Rokokostil aus dem 18. Jahrhundert ausgestellt, der früher der Familie der Edödys gehörte. Es ist der Schlitten der Ballkönigin – mit ihm durfte die schönste Frau des Balls nach Hause fahren.

Der goldene Schlitten
Sehenswert sind auch die reichen Stuckverzierungen und die Freskomalerei, die die Innenräume schmückt. Beachten sollte man auch die zwei Bierkrüge, die einen Mann und eine Frau darstellen. Sie sollen den Betrachter daran erinnern, wie er aussehen wird, wenn er zu viel Bier trinkt.

Die Bibersburg oder Burg Rotenstein
Beachten sollte man auch die Galerie der blauen Damen. Sie zeigt junge Mädchen, Adelige, die in einem Internat dessen Schulkleidung aus blauem Stoff war, studierten. Auf den Bildern zeigen die Accessoires der Mädchen, welche Studienrichtung sie gewählt hatten.

Die blauen Damen

Beeindruckend sind die Keller des Schlosses – sie haben zwei Etagen und sind ca. 70 Meter lang und 18 Meter hoch. Er ist auch die Heimstätte von Fledermäusen. Hier befindet sich auch der tiefste Brunnen der Slowakei mit einer Tiefe von fast 120 Meter, der aus dem 17. Jahrhundert stammt. Die Pallfýs benutzten die Keller als Weinkeller und als Lagerraum. Um diesen noch zu vergrößern, haben sie zusätzliche Zwischen decken eingezogen. Heute kann man noch die Einkerbungen für die Balken in den Wänden sehen. In der letzten Etage befand sich damals auch eine Weinpresse.

In den Kellern der Bibersburg
Im Keller kann man auch den Namen der Burg – Rotenstein – nachvollziehen. Der Stein des Felsen enthält Eisen, das den Stein rot färbt, da diese Steine auch zum Aufbau der Außenmauern verwendet wurden, erschienen diese rot gefärbt zu sein. Daher stammt der Name Rotenstein.

Es geht tief hinab ....
Die Burg war auch schon Schauplatz zahlreicher Filme und Märchen wie Prinzessin Fantagiró, Drachenherz oder Cinka Panna. Auf dem Burgareal befinden sich außerdem eine Weinstube, ein Restaurant und ein Café.

Während der Sommersaison werden Fechtturniere veranstaltet, man kann Falknervorstellungen bewundern oder die eigentümliche Atmosphäre bei Nachtbesichtigungen erleben. Die Burg kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Interieur auf Burg Rotenstein

Weitere Infos, Bildershow und Plan

 

Červený Kameň (Bibersburg oder Burg Rotenstein)
900 89 Častá, Hrad Červený Kameň
Tel: +421 33 690 58 03
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.snm.sk/?visiting-14 (Englisch, Slowakisch)

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