Wagner-Trenkwitz - Sie kannten Richard Strauss

Ein Genie in Nahaufnahme

Wagner-Trenkwitz hat es wieder einmal geschafft:

dem Leser mit einer guten und interessanten Zusammenstellung über das Leben eines Komponisten und seine Werke einfach Lust auf mehr zu machen…

Der Autor sammelt teils unveröffentlichte, teils bekannte Reden und Schrullen, Aussagen, Erzählungen und Selbstzeugnisse über den berühmten Komponisten und Dirigenten und lässt so ein Bild über ihn und seine Zeit, aber auch seine Familie vor den Augen des Lesers entstehen.

Das Buch ist kurzweilig geschrieben, wird auch in den Erzählungen von Freunden und Wegbegleitern und dem Enkel von Richard Strauss nie langweilig. Im Gegenteil, ich habe mehr und mehr den Eindruck gewonnen, mich mit der Musik von Richard Strauss stärker aus einander setzen zu müssen.

Im Mittelpunkt stehen die Erinnerungen seines Enkels an den Großvater. Diese Schilderungen, aber auch die Erzählungen seiner Bekannten und Freunde zeigen dem Leser ein Bild vom Menschen Strauss, von seiner Liebe zu seiner – oftmals vielleicht schwierigen – Frau Pauline, seinem Lebensmenschen, zu seinem Sohn und seinen Enkelkindern. Vorurteile über seine Pauline werden ausgeräumt, - das Buch zeigt den privaten Richard Strauss, der allerdings immer auch der Musiker war.

So äußerte er sich einmal auf die Frage, warum er so gerne Skat spielt: „Alles was ich sehe, die Menschen, die Tiere, die Natur in ihrer Vielfalt, klingt für mich, löst musikalische Einfälle aus. … Darum ist das innere Klingen oft eher eine Belastung. Zum Glück gibt es etwas, das nicht klingt – und das sind Spielkarten. Die lösen keine Musik in mir aus. …“

Die politische Dimension im Leben des Komponisten, wird eher am Rande gestreift. Vielleicht war sie für den Künstler auch nicht wirklich wichtig. Jemand, der sich nicht diesen Verhältnissen stellen musste, sollte sich nicht anmaßen, „den ersten Stein zu werfen“. Und die Erinnerungen zeigen auch hier mehrere Seiten von Richard Strauss auf.

Alles in allem ein vergnügliches Buch, das dem Leser den Mitbegründer der Salzburger Festspiele, aber auch der Vorläufergesellschaft der GEMA näher zu bringen vermag …

So, und ich höre mir jetzt „Also sprach Zarathustra“ an …

Wagner-Trenkwitz: Sie kannten Richard Strauss. Ein Genie in Nahaufnahme
Amalthea
ISBN 978-3-85002-746-5
www.amalthea.at

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