Der Glaube an Österreich

Dieses Buch sollte eigentlich an unsere Politiker und Schüler gratis verteilt werden. Mosser-Schuöcker schildert die Lebensgeschichte von Leopold Figl und zeigt damit auf, welche Ereignisse zu Bürgerkrieg, aber auch Aussöhnung führten.

„Österreich ist frei!“ Dieser Satz und die Weihnachtsansprache des damaligen Bundeskanzlers sind wahrscheinlich auch heute einer größeren Anzahl ÖsterreicherInnen bekannt. Beide zeigen die Höhepunkte seines Kampfes um die Unabhängigkeit des kleinen Landes, das er so liebte, aber auch mit welchen Schwierigkeiten, die Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg zu kämpfen hat. Vieles war zerstört, Hunger herrschte, die Kindersterblichkeit war hoch.

Diese Situation für „seine Österreicher“ zu verbessern, dem Land Unabhängigkeit von seinen Besatzern zu geben, wieder Wohlstand für das Land und seine Bevölkerung zu schaffen, dafür war der „Bauernbub“ aus Niederösterreich nach dem Krieg angetreten. Zuvor musste aber auch er die unversöhnlichen und unverrückbaren Standpunkte der politischen Parteien kennen lernen, die keinen Kompromiss und keine Verständigung zuließen und die zur Auflösung des Parlaments, zum Ständestaat, zum Bürgerkrieg und in die Nazi-Diktatur führten. Im KZ fanden sich dann die Angehörigen beider politische Strömungen wieder, lernten einander kennen, sich gegenseitig zu achten und zu helfen. Hier galt es zu überleben und gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen. Viele Freundschaften sind in dieser Zeit zwischen den Parteien entstanden und man beschloss den Weg miteinander zu gehen, zu streiten ja, aber nie wieder aufeinander zu schießen.

Vielleicht sollten einige unserer heutigen Politiker, aber auch junge Menschen dieses Buch lesen, um zu sehen, dass es die richtige Streitkultur braucht, um gemeinsam „für das Volk“ arbeiten zu können. Aber auch um zu sehen, dass das „Volk“, das sich damals wie heute, nicht viel aus Politik machte und sich kaum engagierte, zu dieser Katastrophe durch seine Gleichgültigkeit beitrug.

Mosser-Schuöcker schafft es, das Leben des ersten Bundeskanzlers der Zweiten Republik spannend zu erzählen. Seine Liebe zu seinem Land, sein Glaube an Gott und an die Zukunft, seinen Optimismus für den Leser begreifbar zu machen und sie schreckt auch nicht vor Schilderungen des Grauens im Konzentrationslager zurück. Es ist die Geschichte eines Bauernbuben, den seine Mutter mit vielen Mühen ermöglichte das Gymnasium zu besuchen, der immer zu seinem Glauben und Idealen steht und der seinem Land dienen will und wird: als Bundeskanzler, Außenminister, Landeshauptmann, Bauernbunddirektor.

Absolut lesenswert.

Birgit Mosser-Schuöcker: Leopold Figl - Der Glaube an Österreich
Amalthea
ISBN 978-3-85002-917-9
www.amalthea.at

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